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	<title>WohnenPLUS AG 3-2022 Archive - Wohnungswirtschaft-dev</title>
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	<description>Fakten und Lösungen für Profis, Wohnungswirtschaft, Fachmagazin</description>
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	<title>WohnenPLUS AG 3-2022 Archive - Wohnungswirtschaft-dev</title>
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		<title>Liebe Leserinnen, liebe Leser!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 18:18:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 3-2022]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenige Tage vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe, am 28. Juli, war Erdüberlastungstag. Das ist jener Tag des Jahres, ab dem die Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen die Kapazität zu deren Reproduktion übersteigt. Die Menschheit lebt ab da auf Kosten zukünftiger Generationen. In Österreich war dieser Punkt schon am 6. April erreicht, in Ecuador wird es erst am [&#8230;]</p>
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<p>Wenige Tage vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe, am 28. Juli, war Erdüberlastungstag. Das ist jener Tag des Jahres, ab dem die Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen die Kapazität zu deren Reproduktion übersteigt. Die Menschheit lebt ab da auf Kosten zukünftiger Generationen. In Österreich war dieser Punkt schon am 6. April erreicht, in Ecuador wird es erst am 5. Dezember so weit sein. </p>



<p>Wenn wir uns in dieser Ausgabe von WohnenPlus die Frage nach den „richtigen“ Materialien für den Wohnbau stellen, dann müssen wir auch die Frage danach stellen, wie viel davon wir einsparen können. Jeder Festmeter Holz, jeder Kubikmeter Beton, der nicht benötigt wird, hilft uns, den Klimazielen näher zu kommen. </p>



<p>„Wir müssen wieder einfacher bauen“, fordert der Münchner Architekt Florian Nagler und zeigt an einem Haus aus Beton, einem aus Holz und einem aus Ziegel vor, wie das ohne Folien, ohne Stahl und ohne Wärmedämmverbundsystem geht. Die Komplexität unserer aktuellen Bauweisen überfordere Planerinnen und Planer, Firmen und schließlich jene, die die Gebäude nutzen. Einfacher heißt auch dauerhafter und weniger wartungsintensiv. Und nicht zu vergessen: Alles, was wir heute an Billigem verbauen, um das Wohnen leistbar zu machen, kann schon die Generation nach uns durch exorbitante Entsorgungskosten arm machen. </p>



<p>Diese Zeilen schreibe ich von unterwegs, aus einem Haus, das bald 500 Jahre alt sein wird. Über Jahrhunderte diente es als Bank- und Handelshaus, heute beherbergt es drei Läden, ein städtisches Amt, ein Architekturbüro und ein feines, kleines Hotel. Selbstverständlich ist nicht mehr alles im Original erhalten und das Haus wurde den Erfordernissen der Zeit angepasst, aber es steht prächtig da wie eh und je. Dass es dies tut, liegt natürlich an jenen, denen es anvertraut war, die es von Generation zu Generation pfleglich behandelt haben und von denen nie jemand von der Hybris beseelt war, es zerstören zu müssen, um es durch etwas Wirtschaftlicheres zu ersetzen. </p>



<p>Warum? Gewiss, weil es schön ist, gewiss, weil es robust und reparaturfreundlich ist und sicher auch, weil die jeweiligen Eigentümer ausreichend Bildung besaßen, dies zu erkennen. Würden heute alle nach diesen Maßstäben arbeiten, würde das nicht nur das Datum des Erdüberlastungstags weit nach hinten schieben, wir hätten auch schönere Städte und Ortschaften. Und die sind das wahre Plus des Wohnens. Egal, aus welchem Material, Hauptsache, es erfreut uns und hat lange Bestand. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude und Erkenntnis bei der Lektüre unseres Heftes.</p>



<p><strong>Ihre Franziska Leeb</strong></p>
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		<title>„Erst ein Platz zum Leben, dann die Kultur“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 18:16:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Baukosten]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 3-2022]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Christian Strasser leitete zehn Jahre lang das Museumsquartier Wien, ehe er im Jänner die Generaldirektion der Sozialbau AG übernahm. Ein Gespräch über soziale Gerechtigkeit, explodierende Baukosten und wunderbare Klingeltöne.— WOJCIECH CZAJA Fehlt Ihnen das Museumsquartier? Das Museumsquartier ist zum Glück so nahe, dass ich immer noch recht häufig dort anzutreffen bin. Das MQ ist ein [&#8230;]</p>
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<p>Christian Strasser leitete zehn Jahre lang das Museumsquartier Wien, ehe er im Jänner die Generaldirektion der Sozialbau AG übernahm. Ein Gespräch über soziale Gerechtigkeit, explodierende Baukosten und wunderbare Klingeltöne.<br>— WOJCIECH CZAJA</p>



<p><em>Fehlt Ihnen das Museumsquartier?</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Das Museumsquartier ist zum Glück so nahe, dass ich immer noch recht häufig dort anzutreffen bin. Das MQ ist ein wunderbarer urbaner Ort des Miteinanders, in dem man gut abhängen kann und der von der Energie vieler Menschen inspiriert wird.</p><cite>Strasser</cite></blockquote>



<p><em>Der Umstieg kam sehr plötzlich, nachdem Sie letzten Sommer noch meinten, für weitere fünf Jahre die Leitung des MQ zu übernehmen. Wie denn das?</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Der Ausstieg meines Vorgängers aus der Sozialbau AG kam sehr überraschend, und nachdem ich das Unternehmen aufgrund meiner langjährigen Aufsichtsratstätigkeit schon gut kannte, war für mich klar, dass der Zeitpunkt gut ist, mich von nun an dem gemeinnützigen Wohnbau zu widmen. Der jetzige Arbeitsplatz in der Sozialbau ist mindestens genauso spannend – aber viel, viel dringender und wichtiger für die Gesellschaft. Oder, anders ausgedrückt: Sowohl im MQ als auch im Wohnbau geht es um Lebensqualität. Aber man braucht zuerst einen Platz zum Leben, um sich der Kultur widmen zu können.</p><cite>Strasser</cite></blockquote>



<p><em>Was konnten Sie aus MQ-Zeiten in die Sozialbau AG mitnehmen?</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Vom MQ nehme ich die Erkenntnis mit, dass man Dinge erreichen kann, wenn man einen guten Plan hat und den Faden nicht verliert.</p><cite>Strasser</cite></blockquote>



<p><em>Und was mussten Sie dort lassen?</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Die vielen Jahre im MQ haben mich stark geprägt, all diese Erlebnisse nehme ich mit. Am ehesten würde ich sagen: Ich habe ein super Team dort gelassen. Aber dafür wurde ich auch hier von einem super Team in Empfang genommen.</p><cite>Strasser</cite></blockquote>



<p>Im Gegensatz zu früher widmen Sie sich nun einem Thema, das einerseits ein selbstverständliches Grundrecht sein sollte, in den letzten Jahren aber mehr und mehr zu einem Prekariatsthema geworden ist. Die Kritik wird immer lauter, dass der klassische gemeinnützige Wohnbau für die unteren Einkommensschichten kaum noch leistbar ist&#8230;</p>



<div class="wp-block-file"><a href="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Erst-ein-Platz-zum-Leben-dann-die-Kultur.pdf">zum vollständigen Artikel als PDF</a><a href="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Erst-ein-Platz-zum-Leben-dann-die-Kultur.pdf" class="wp-block-file__button" download>Herunterladen</a></div>
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		<title>Pluspunkte AG 3-2022</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 18:11:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[sozialer Wohnungsbau]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 3-2022]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungsbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frauenpower bei Sozialbau Andrea Washietl ist seit Juli 2022 neu im Vorstand der Sozialbau. Sie übernimmt die Bereichsleitung Finanzen und IT – neben ihren Vorstandskollegen Generaldirektor Christian Strasser, Ernst Bach und Hannes Stangl. Herausragender Q-Tower Mit dem Wohnhochhaus Q-Tower im dritten Wiener Gemeindebezirk realisiert die ÖSW-Gruppe ein herausragendes Bauvorhaben: Der ikonische Turm, geplant von Rüdiger [&#8230;]</p>
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<h2>Frauenpower bei Sozialbau</h2>



<p>Andrea Washietl ist seit Juli 2022 neu im Vorstand der Sozialbau. Sie übernimmt die Bereichsleitung Finanzen und IT – neben ihren Vorstandskollegen Generaldirektor Christian Strasser, Ernst Bach und Hannes Stangl.</p>



<h2>Herausragender Q-Tower</h2>



<p>Mit dem Wohnhochhaus Q-Tower im dritten Wiener Gemeindebezirk realisiert die ÖSW-Gruppe ein herausragendes Bauvorhaben: Der ikonische Turm, geplant von Rüdiger Lainer + Partner, mit einer Höhe von 114 Metern, wird auf 35 Etagen ein vielseitiges Angebot mit 469 Einheiten (170 Mietwohnungen im Rahmen der Wiener Wohnbauinitiative 2020, rund 200 exklusive Eigentumswohnungen sowie 94 Mikroappartement als Serviced Appartements) unterschiedlicher Wohnformen bieten. Der Q-Tower ist Teil des zukunftsweisenden Quartiers The Marks, das modernes Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Shopping vereint. Der Q-Tower ist das höchste bisher realisierte Gebäude des ÖSW.</p>



<h2>Rivus Vivere fast fertig</h2>



<p>Rivus Vivere (296 freifinanzierte Mietwohnungen sowie Handels- und Gewerbeflächen) ist der letzte Teil des neuen Stadtteils Rivus im 23. Bezirk in Wien, er umfasst mehr als 800 Wohnungen, einen Kindergarten und einen multifunktionalen Bauteil mit Nahversorger, Ganztagsvolksschule und Sportplatz auf dem Dach, aufgeteilt auf sechs Bauplätze. </p>



<p>Das Projektteam von Buwog und Handler Bau gemeinsam mit den Architekten Anna Popelka (3. v.l.) und Georg Poduschka (rechts außen) bei der Gleichenfeier von Rivus Vivere.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="400" height="218" src="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Pluspunkte-2.jpg" alt="" class="wp-image-39897" srcset="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Pluspunkte-2.jpg 400w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Pluspunkte-2-300x164.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></figure>



<h2>Nachhaltigkeits-Beratung</h2>



<p>Auf der Qualitätsplattform Sanierungspartner finden sanierungswillige Eigentümer und Hausverwaltungen qualitative Anbieter für den Gasausstieg und die Umsetzung nachhaltiger Gebäudemodernisierungen. Den Vorsitz der Qualitätsplattform hat Helmut Schöberl als Obmann und Vera Korab als Stellvertreterin inne. Die Qualitätsplattform Sanierungspartner Wien unterstützt das Angebot der „Hauskunft“, die kostenlose Anlaufstelle der Stadt Wien für alle, die in Wien Häuser sanieren wollen. Das Beratungsangebot der „Hauskunft“ sowie die Qualitätsplattform Sanierungspartner wurden gemeinsam mit 17&amp;4, e7, ÖVI, SORA, UIV, der Umweltberatung und dem wohnfonds_wien von der Stadt Wien im Rahmen des EU-Projekts Reno- Booster entwickelt. <br><a href="https://www.hauskunft-wien.at/">www.hauskunft-wien.at</a></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="336" height="230" src="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Pluspunkte-3.jpg" alt="" class="wp-image-39898" srcset="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Pluspunkte-3.jpg 336w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Pluspunkte-3-300x205.jpg 300w" sizes="(max-width: 336px) 100vw, 336px" /><figcaption>Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál und Selma Arapović, Wohnbausprecherin der NEOS Wien</figcaption></figure>



<h2>Klimaaktive GBV</h2>



<p>Von den insgesamt 735 mehrgeschoßigen Wohngebäuden, die klimaaktiv zertifiziert sind, sind 428 von GBV errichtet worden. Der klimaaktiv-Gebäudestandard des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie zertifiziert Gebäude, die die höchsten Anforderungen hinsichtlich Energieeffizienz erfüllen, umweltverträgliche Baustoffe verwenden und durch Raumluftqualität, Gesundheitsaspekte und Komfort überzeugen&#8230;</p>



<div class="wp-block-file"><a href="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Pluspunkte.pdf">zum vollständigen Artikel als PDF</a><a href="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Pluspunkte.pdf" class="wp-block-file__button" download>Herunterladen</a></div>
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		<title>Mehr Komfort – weniger Kosten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 18:04:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinnützig]]></category>
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		<category><![CDATA[Trends]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 3-2022]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungsbau]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Arthur Krupp Ges.m.b.H., eine Tochter der Wien-Süd, hat in Theresienfeld in Niederösterreich die zukunftsweisende Wohnhausanlage „Viertel Hoch Zwei“ errichtet. Eine Bewohnerin lud stolz zum Lokalaugenschein. — GISELA GARY Das Thermometer zeigt 37 Grad an diesem Nachmittag im Juli und die Hitze flirrt buchstäblich in der Luft. Christine Schlögl öffnet die Wohnungstür und [&#8230;]</p>
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<p>Die gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Arthur Krupp Ges.m.b.H., eine Tochter der Wien-Süd, hat in Theresienfeld in Niederösterreich die zukunftsweisende Wohnhausanlage „Viertel Hoch Zwei“ errichtet. Eine Bewohnerin lud stolz zum Lokalaugenschein. <br>— GISELA GARY</p>



<p>Das Thermometer zeigt 37 Grad an diesem Nachmittag im Juli und die Hitze flirrt buchstäblich in der Luft. Christine Schlögl öffnet die Wohnungstür und strahlt entspannt – und gar nicht erhitzt. Das Geheimnis dahinter ist keine Klimaanlage, sondern ein ausgeklügeltes Energiesystem mit Bauteilaktivierung. Diese schafft selbst bei 37 Grad Außentemperatur, dass die Hitze nicht in den Innenraum gelangt – es hat angenehme 24 Grad. Christine Schlögl ist begeistert – mehr Wohnkomfort bei weniger Betriebskosten und eine Terrasse mit einem traumhaften Ausblick. </p>



<p>Die gebürtige Theresienfeldnerin zahlt für die 70 Quadratmeter große Wohnung rund 400 Euro Strom im Jahr, die Miete beträgt 540 Euro monatlich. Das war’s an Kosten – abgesehen von den 25.000 Euro Baukostenzuschuss. „Oft denke ich, was ich für ein Glück hatte – erstens, dass sich die Fertigstellung genau vor Corona ausging und zweitens, jetzt, durch den Krieg in der Ukraine und den Klimaschutzbemühungen: Heizen und Kühlen ohne fossile Energie“, lacht Christine Schlögl. Die Drei-Zimmer- Wohnung ist wie für sie extra geplant. Von ihrem Schlafzimmer sieht sie zu ihrem ehemaligen Haus hinüber, in dem jetzt eine ihrer Töchter wohnt. Im Wohnzimmer genießt sie einen Rundumblick auf das Alpenvorland. </p>



<p>Der Bauträger hat beim Lift gespart und auch beim Keller: „Für mich kein Problem, zwei Stockwerke gehen ist gesund und mein Abstellraum, für das Fahrrad und anderes Zeug, das ich nicht oft benötige, ist ebenerdig, gleich neben der Hauseingangstür“, so Schlögl. Zur Arbeit in den Gemeinderat radelt sie, zu ihrem zweiten Job, als Geschäftsführerin der SPÖ-Stadtorganisation Wiener Neustadt, fährt sie mit dem Auto. Ihr Lieblingsplatz ist auf dem Sofa – aber auch auf der Terrasse im Liegestuhl sitzt sie gern und genießt die Weite und die Uneinsehbarkeit.</p>



<h2>Gemeinsam mit Forschung</h2>



<p>Was ist das tollste an der Wohnung? „Alles, aber vor allem das Heizen und Kühlen, das System fasziniert mich, völlig lautlos ohne Zugluft, funktioniert das Kühlen an so Tagen wie heute, unglaublich.“ Jedes Zimmer kann sie extra zwischen 19 und 24 Grad temperieren. Die Technik dahinter kann sie gut erklären, die Luftwasserwärmepumpen sind auf den Dächern platziert und eine Fotovoltaikanlage hilft mit, den Strom für den Betrieb der Pumpen zu erzeugen. Strom wird auch durch eine Kooperation mit einem Windkraftbetreiber eingespeist. </p>



<p>In der Toilette ist die Technikzentrale der Anlage für ihre Wohnung, da sieht man in einem Rohr das Wasser fließen, das durch die Leitungen gepumpt wird – geheizt und gekühlt wird über die Decken. Das massiv gebaute Haus ist gut gedämmt und Schlögl vermutet, dass der Boden deshalb nie kalt ist, weil ja die beheizte Decke der Wohnung unter ihr ist. Warmwasser bezieht sie über einen Boiler, der mit einer Mikrowärmepumpe arbeitet. Pannen gab es bis dato keine, nur im ersten Jahr musste die Heizung mehrmals vom Bauträger nachjustiert werden.</p>



<p>Das Wohnhausprojekt umfasst insgesamt 28 Wohnungen, davon vier anpassbare Maisonettewohnungen, die geteilt werden können. Mit an Bord waren das Land Niederösterreich wie auch GGE Gebäudetechnik- und Energieplanung GmbH für die Gebäudetechnikplanung und mehrere Forschungspartner u. a. das Energieinstitut Vorarlberg. Die ersten Zahlen zeigen, das System funktioniert sehr stabil&#8230;</p>



<div class="wp-block-file"><a href="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Mehr-Komfort-weniger-Kosten.pdf">zum vollständigen Artikel als PDF</a><a href="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Mehr-Komfort-weniger-Kosten.pdf" class="wp-block-file__button" download>Herunterladen</a></div>
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		<item>
		<title>Hauptsache, von allem weniger</title>
		<link>https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/hauptsache-von-allem-weniger/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=hauptsache-von-allem-weniger</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 17:59:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Bauforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltiges Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourceneffizienz]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 3-2022]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ressourcenverbrauch und Emissionen des Bauwesens sind wichtige Hebel auf dem Weg zur Erreichung mehr oder weniger ambitionierter Klimaziele. Von Bund und EU geförderte Forschungsprojekte sind dabei wichtige Anreizgeber für mehr Nachhaltigkeit im Wohnbau. — FRANZISKA LEEB „In welchem Style sollen wir bauen?“ fragte vor fast 200 Jahren der deutsche Architekt Heinrich Hübsch und schlug anstelle [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Ressourcenverbrauch und Emissionen des Bauwesens sind wichtige Hebel auf dem Weg zur Erreichung mehr oder weniger ambitionierter Klimaziele. Von Bund und EU geförderte Forschungsprojekte sind dabei wichtige Anreizgeber für mehr Nachhaltigkeit im Wohnbau. <br></strong>— FRANZISKA LEEB</p>



<p>„In welchem Style sollen wir bauen?“ fragte vor fast 200 Jahren der deutsche Architekt Heinrich Hübsch und schlug anstelle der idealistischen Ästhetik des Klassizismus einen Baustil vor, der aus den Bedingungen des Materials und der Konstruktion entwickelt ist. Nicht die Frage nach dem richtigen Stil, sondern die nach dem richtigen Material ist die Aufgabenstellung unserer Tage. Für das Wohlergehen unseres Planeten ist sie zweifellos die essenziellere. Während Hübsch von Stein und Holz spricht, und sich bei der Dachdeckung mit Ziegeln und Schieferplatten auseinandersetzt, haben wir es heute mit einer Unzahl an Materialien zu tun. </p>



<p>Beton, Stahl, Ziegel, Holz, Glas dazu jede Menge Dämmstoffe, Folien, Gipskartonplatten und vieles mehr sind die Stoffe, aus denen unsere Bauten gemacht sind, nicht selten alles davon in einem einzigen Gebäude. Das macht das Bauen komplex, umso mehr, als auch die technische Gebäudeausrüstung in den letzten Jahrzehnten zusehends komplizierter wurde – alles mit dem Ziel, mehr Komfort zu erlangen und weniger Energie im Betrieb zu verbrauchen.</p>



<h2>Reduktion statt Überdorderung</h2>



<p>Der Münchner Architekt und Universitätsprofessor Florian Nagler hatte spätestens nach den Erfahrungen mit dem vielfach ausgezeichneten Schmuttertal- Gymnasium in Diedorf, einem Plus-Energiegebäude komplett aus Holz, genug vom komplizierten Bauen mit gigantischem Technik-Einsatz: Allein die Lüftungsanlage sei aufwendig wie ein eigenes Bauprojekt gewesen, erst nach drei Jahren lief sie so wie geplant. Bis die Trennwände zwischen den Klassenzimmern alles konnten, was an Statik, Brandschutz, Schallschutz und Raumakustik gefordert war, hatten sie elf Schichten, jede mit einer eigenen Fehleranfälligkeit. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="371" height="353" src="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Hauptsache-von-allem-weniger-1.jpg" alt="" class="wp-image-39886" srcset="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Hauptsache-von-allem-weniger-1.jpg 371w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Hauptsache-von-allem-weniger-1-300x285.jpg 300w" sizes="(max-width: 371px) 100vw, 371px" /><figcaption>Foto: Lisa Jochum<br>Holzsiedlung auf Punktfundamenten Baugruppenprojekt Auenweide in St. Andrä-Wördern</figcaption></figure>



<p>„Es kann nicht sein, dass wir ständig auf immer mehr Technik setzen. Wir überfordern uns in der Planung, die Firmen bei der Ausführung und am Schluss auch Nutzer im Betrieb“, kritisiert Nagler. Bei technisch aufwendigen Projekten passieren zum einen leicht Fehler, zum anderen verhalten sich die Nutzer nicht so, wie von den Planern in der Theorie vorgesehen und oft ändern sich im Lauf der Zeit Rahmenbedingungen auf unvorhersehbare Weise, sodass schließlich ein Performance Gap zwischen errechnetem Energiebedarf und tatsächlichem Verbrauch entstehe und mit hohem Aufwand erkaufte prognostizierte Energieeinsparungen sich in der Realität nicht erfüllen. „So können wir nicht weitermachen“, erkannte Nagler. </p>



<p>Er initiierte am Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren der TU München, ausgehend von der Frage, ob Wohngebäude in einfacher Bauweise mit reduzierter Technik im Hinblick auf Ökobilanz und Lebenszykluskosten gängigen Standardbauweisen und Niedrigenergiebauten überlegen sind, das Forschungsprojekt „Einfach Bauen“ und verfolgte das andere Extrem: Reduktion auf das Wesentliche, einschaliger Massivbau aus den gängigen Materialien Beton, Holz und Ziegelmauerwerk. Stets im Fokus die Minimierung der grauen Energie und die Betrachtung des Energieverbrauchs über den gesamten Lebenszyklus. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="532" src="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Hauptsache-von-allem-weniger-3-1024x532.jpg" alt="" class="wp-image-39887" srcset="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Hauptsache-von-allem-weniger-3-1024x532.jpg 1024w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Hauptsache-von-allem-weniger-3-300x156.jpg 300w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Hauptsache-von-allem-weniger-3-866x450.jpg 866w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Hauptsache-von-allem-weniger-3-768x399.jpg 768w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Hauptsache-von-allem-weniger-3.jpg 1103w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Visualisierung: DUA<br>Holz-Hybrid-Elementbau mit optimiertem Stützenraster: Wohnanlage B.R.I.O., Wien</figcaption></figure>



<p>Robust sollten die Häuser sein, das verlängert Wartungszyklen und Lebenszeit. Lernen von traditionellen Bauweisen unter sinnvollem Einsatz moderner Technik. Was so einfach klingt, erforderte unzählige Simulationen und Berechnungen. Optimale Raumzuschnitte und Fenstergrößen wurden eruiert. Unabhängig von Material und Himmelsrichtung funktionierte der Raumzuschnitt mit drei Metern Breite, sechs Metern Tiefe und einer Höhe von 3,30 Metern und angemessen kleinen Fenstern am besten.</p>



<h2>Reparatur- und austauschfähig</h2>



<p>Erhoben wurde das Treibhauspotenzial über einen Zeitraum von 100 Jahren und die drei Bauweisen, die nicht mehr als die gesetzlichen Mindestanforderungen in Deutschland einhalten mit einem Standardgebäude in heute üblicher Bauweise und einem Niedrigenergiehaus verglichen. Das Ergebnis, alle drei Häuser, insbesondere das Holzhaus, schneiden sehr gut ab&#8230;</p>



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		<title>An die Substanz gehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 17:53:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Baumaterial]]></category>
		<category><![CDATA[Baustoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Beton]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 3-2022]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ob neue, intelligente Materialien, Bewährtes wie Beton, Problematisches wie Mineralwolle oder die bestehende Bausubstanz: An allen Fronten wird geforscht und entwickelt, um Baustoffe zu sparen und zu optimieren. — MAIK NOVOTNY Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Aussichtsturm, das 36 Meter hohe schlanke Gerüst, das seit kurzem auf dem Gelände der Universität [&#8230;]</p>
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<p>Ob neue, intelligente Materialien, Bewährtes wie Beton, Problematisches wie Mineralwolle oder die bestehende Bausubstanz: An allen Fronten wird geforscht und entwickelt, um Baustoffe zu sparen und zu optimieren. <br>— MAIK NOVOTNY</p>



<p>Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Aussichtsturm, das 36 Meter hohe schlanke Gerüst, das seit kurzem auf dem Gelände der Universität Stuttgart steht. Doch weit gefehlt: Das Demonstrationshochhaus D1244 des Sonderforschungsbereiches SFB1244 ist ein wahres Hightech-Wunder. Die Tragstruktur ist mit sogenannten Aktoren ausgestattet, die als hydraulische Sensoren auf Umwelteinflüsse reagieren. Ergänzt wird diese durch verschiedene Fassadenmodule, die hier ab 2022 sukzessive getestet werden. Ziel des SFB1244 ist, eine drastische Reduzierung des mit dem Bauen verbundenen Ressourcenverbrauchs und der dabei entstehenden Emissionen. Sprich: Durch die intelligente Reaktion auf die Umwelt kann der Materialaufwand reduziert werden. </p>



<p>„Unsere weltweite Spitzenposition im adaptiven Bauen wird mit diesem Forschungshochhaus weiter gefestigt. Noch nie war Architektur so wandelbar, so veränderlich mit der Zeit wie hier“, sagt der Initiator des SFB1244, Professor Werner Sobek. Auch klimaaktive Fassaden stehen auf dem hohen Prüfstand. So wird bald eine hydroaktive Fassade, die sogenannte „Hydro- Skin“ getestet, die zur Reduktion von urbanen Hitze- und Überflutungsrisiken beiträgt, indem sie das auf die Fassade treffende Regenwasser sammelt, speichert und zeitverzögert zur Verdunstungskühlung von Gebäude und Stadtraum abgibt.</p>



<h2>Kinetische Fassaden</h2>



<p>„Wir entwickeln zudem auch kinetische Fassaden, die sich horizontal und vertikal rotieren lassen, um das Licht zu steuern und die Hitze abzuleiten“, erklärt Kathrin Chwalek vom ILEK. „Neben den physikalischen Eigenschaften ist auch die ästhetische Wirkung ein Faktor.“ Auch beim Tragwerk kann Material eingespart werden, weil es dank der Aktoren nicht auf Maximallast berechnet werden muss. Langfristig, so Chwalek, können die Erkenntnisse auch in die Bauwirtschaft eingespeist werden. Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA 27 Region Stuttgart wird das Demonstrationshochhaus D1244 während der Festivaljahre 2023, 2025 und 2027 der Öffentlichkeit präsentiert. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="454" height="326" src="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/An-die-Substanz-gehen-2.jpg" alt="" class="wp-image-39882" srcset="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/An-die-Substanz-gehen-2.jpg 454w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/An-die-Substanz-gehen-2-300x215.jpg 300w" sizes="(max-width: 454px) 100vw, 454px" /><figcaption>Foto: Porr: Mehr als Schutt: Betonrecycling bei der Porr</figcaption></figure>



<p>Auch in Österreich wird intensiv an der Optimierung von Baumaterialien geforscht, sowohl bei neuartigen als auch bei etablierten Techniken. Bei Mischek, seit langer Zeit ein Hort der Fachexpertise im Fertigteilbau, steht der Beton im Vordergrund. Denn auch im Fertigteilbau, so Markus Engerth, Unternehmensbereichsleiter Strabag Österreich und Geschäftsführer Mischek Systembau, steckt noch einiges an Innovationspotenzial. „Die industrielle Vorfertigung ist eine Lösung für die gegenwärtige und künftige umwelt- und energiepolitische Herausforderung, nämlich die fortschreitende Urbanisierung und damit der wachsende Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in den Städten sowie die Energieknappheit und der Schutz unserer Umwelt. Durch industrielle Vorfertigung entstehen schon in der Bauphase systematisch weniger Lärm, Schmutz und Abfall.“</p>



<h2>Mehr Vorfertigung</h2>



<p>Deshalb arbeitet Mischek Systembau daran, den Vorfertigungsgrad weiter zu steigern. Besonders im Bereich der Stahlbetonfertigteile inklusive HKLSund Elektroinstallationen soll sich das Portfolio um weitere innovative Produkte erweitern. Zudem könne gegenüber dem Ortbeton die Betonmasse um rund drei Prozent reduziert werden. Neuartige Fertigteilprodukte zielen vor allem darauf ab, die Haustechnik klug zu integrieren. Mischek strong &amp; active wird als bauteilaktivierter Fertigteil auf die Baustelle geliefert, Mischek smart one ist eine Massivwand mit integrierter Rohinstallation für Elektro und Haustechnik, Mischek compact ein Fertigschacht für Installationen. </p>



<p>Mit dem Thema der Wiederverwertung beschäftigt man sich bei der Porr. Im Recycling Center Himberg (RCH) werden bereits Ziegel zu Ziegelsplitt und Beton zu Recyclingbeton verarbeitet, 2022 wurde eine Aufbereitungsanlage für Mineralwolleabfälle in Betrieb genommen – denn Mineralwolledeponien sind in Österreich ab 2026 verboten.</p>



<h2>Forschung zu Recycling</h2>



<p>„Wir haben immer das Ziel Kreislaufwirtschaft vor Augen“, erklärt Zeljko Vocinkic, Geschäftsführer der Porr Bau GmbH und Recyclingexperte der Porr. „Allerdings haben wir, wie auch bei anderen Baurestmassen wie etwa Styropor, das Problem, dass Mineralwolle kein sortenreines Abfallprodukt ist, sondern Verunreinigungen hat. Hier muss also eine Lösung gefunden werden.“ Auch in anderen Bereichen werden die Recyclingquoten ausgebaut. So ist die Porr an einem Forschungsprojekt zur Wiederverwertung von Styropor und einem Projekt zum Recycling von Gips – beides Bereiche, die in Österreich noch extrem unterrepräsentiert sind, wie Vocinkic erklärt. „Hier ist forschungstechnisch noch enorm Luft nach oben.“ </p>



<p>Neben all diesen Entwicklungen, die sich vor allem auf den Neubau fokussieren, darf der Wert des Bestandes nicht unberücksichtigt bleiben. Denn am wenigsten CO2 verbraucht man schließlich, wenn man auf Komplettabriss und Neubau verzichtet. Hier kommt die Baukultur ins Spiel. Hier wurde auf EU-Ebene die Expertengruppe „Stärkung (und Nutzung) der Resilienz des Kulturerbes für den Klimawandel“ eingerichtet, deren letztes Arbeitstreffen im April 2022 an der Universität für Weiterbildung Krems stattfand. Der Schlussbericht, an dem mehr als 50 Experten aus 25 Mitgliedsstaaten beteiligt waren, wird Ende des Jahres fertiggestellt. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="451" height="323" src="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/An-die-Substanz-gehen-3.jpg" alt="" class="wp-image-39883" srcset="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/An-die-Substanz-gehen-3.jpg 451w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/An-die-Substanz-gehen-3-300x215.jpg 300w" sizes="(max-width: 451px) 100vw, 451px" /><figcaption>Foto: Mischek</figcaption></figure>



<p>Die Universität für Weiterbildung Krems forscht mit dem Projekt „monumentum ad usum“ in diesem Bereich. Dabei wird untersucht, wie denkmalgeschützte Bauten für Wohnnutzung adaptierbar sind – anhand von neun Bauten an sechs Standorten in Niederösterreich&#8230;</p>



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		<title>Ein Leben lang</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 17:43:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Baumaterial]]></category>
		<category><![CDATA[Baustoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenszyklus]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 3-2022]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Studien zur Lebenszyklusbetrachtung von Baustoffen gibt es viele. Die Ergebnisse sind unterschiedlich, teilweise sogar widersprüchlich. Wie eine Wohnanlage, bei der jede Systementscheidung auf Basis von Lebenszyklusberechnungen getroffen wurde, aussehen kann, zeigt ein gemeinnütziges Projekt in Niederösterreich. — BERND AFFENZELLER Die Diskussion, welcher Baustoff der beste ist und die optimalsten Eigenschaften in sich vereint, ist wohl [&#8230;]</p>
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<p>Studien zur Lebenszyklusbetrachtung von Baustoffen gibt es viele. Die Ergebnisse sind unterschiedlich, teilweise sogar widersprüchlich. Wie eine Wohnanlage, bei der jede Systementscheidung auf Basis von Lebenszyklusberechnungen getroffen wurde, aussehen kann, zeigt ein gemeinnütziges Projekt in Niederösterreich. <br>— BERND AFFENZELLER</p>



<p>Die Diskussion, welcher Baustoff der beste ist und die optimalsten Eigenschaften in sich vereint, ist wohl so alt wie das Bauwesen selbst. Während der Fokus lange Zeit vor allem auf den Errichtungskosten lag, sind die Anforderungen und Erwartungen an Baustoffe in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Die Baustoffe und die damit geschaffenen Bauwerke müssen nicht mehr nur günstig in der Errichtung sein, sondern über den gesamten Lebenszyklus nachhaltig und effizient. Dass dabei nicht „der eine Baustoff“ die Nase vorne hat, zeigt eine Studie der Austrian Cooperative Research (ACR) aus dem Jahr 2014. </p>



<p>Damals haben fünf Forschungsinstitute ein fiktives Einfamilienhaus in mehrere Varianten untersucht, und zwar als Niedrigenergiehaus, Sonnenhaus, Passivhaus und Plusenergiehaus. Aus der Kombination mit verschiedenen Baustoffen wie Beton, Holz, Ziegel oder Holzfaserbeton und unterschiedlichen Haustechnikvarianten wie Wärmepumpe, Solarthermie, Fotovoltaik oder Pelletheizung entstanden 45 Gebäudevarianten. Für diese Varianten wurden die Umweltauswirkungen über 100 Jahre und die Lebenszykluskosten über 50 Jahre berechnet. </p>



<p>Die zentrale Erkenntnis: Es gibt nicht das eine, beste Haus, nicht das eine, beste Gebäudekonzept und nicht den einen, besten Baustoff. Jede Variante, jeder Baustoff hat seine spezifischen Vor- und Nachteile, die sich über den gesamten Lebenszyklus betrachtet wieder annähern. Wirklich zielführend ist laut Studie immer nur die Betrachtung und Beurteilung der Gesamtsituation. Dazu zählen Standort, Klima, Sonneneinstrahlung und Verschattung genauso wie die Sonnenstunden im Winter, die Verfügbarkeit erneuerbarer Energieträger und natürlich das Wohnverhalten der Hausbewohner. Die Wahl des Baustoffes hat hingegen sowohl bei den Öko-Indikatoren als auch den Kosten keinen signifikanten Einfluss auf das Gesamtergebnis.</p>



<h2>Frage des Preises</h2>



<p>Zu etwas anderen Ergebnissen kommt das österreichische Institut für Bauen und Ökologie IBO, das auch an der ACR-Studie mitgearbeitet hat, in einer Studie im Auftrag des oberösterreichischen Landesrates für Klima, Umwelt, Konsumentinnen und Zusammenleben, Stefan Kaineder, von 2021. Dafür wurde eine vergleichende Ökobilanz eines Einfamilienhauses in den Bauweisen Holzriegel, Massivholz, Stahlbeton und Ziegel erstellt. </p>



<p>Diese vier Gebäudevarianten wurden einer Lebenszyklusanalyse und einer Lebenszykluskostenanalyse unterzogen. Demnach würden die Holzvarianten gegenüber Stahlbeton und Ziegel zwischen 40 und 45 Prozent weniger CO2-Emissionen verursachen, die Kosten aber um bis zu 20 Prozent höher sein. Diese Zahlen dürften sich angesichts der aktuellen Preisentwicklungen noch einmal deutlich verändert haben. Während das IBO daraus eine Empfehlung für den verstärkten Einsatz von Holz ableitet, bremst eine Studie der Umweltschutzorganisation WWF eine aufkeimende Euphorie der Holzlobby schnell ein.</p>



<p>Demnach sei Holz zwar äußerst vielseitig, aber nicht in ausreichendem Maß verfügbar. „Die Wälder der Welt können nicht ausreichend nachhaltig gewonnenes Holz zur Verfügung stellen. Der Verbrauch ist global und insbesondere in Industrienationen bereits heute zu hoch“, so die Studie. Obwohl Länder wie Deutschland oder Österreich über große Waldressourcen verfügen, wird schon jetzt Holz importiert, um die Nachfrage zu decken.</p>



<h2>Beispiel aus der Praxis</h2>



<p>Wie eine lebenszyklusoptimierte Wohnanlage in der Praxis aussehen kann, zeigt die gemeinnützige Wohnungsgesellschaft „Arthur Krupp“ mit der Konzeptstudie „Viertel hoch Zwei“ in Theresienfeld. Das geförderte Wohnbauvorhaben umfasst 28 Wohneinheiten in vier Baukörpern. Zwei dieser Baukörper wurden in der neu entwickelten Typologie „Viertel hoch Zwei“ errichtet. Dabei wurden alle Systementscheidungen auf Basis von Lebenszyklusberechnungen in mehr als 20.000 Varianten getroffen. E</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="460" src="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Ein-Leben-lang-2-1024x460.jpg" alt="" class="wp-image-39877" srcset="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Ein-Leben-lang-2-1024x460.jpg 1024w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Ein-Leben-lang-2-300x135.jpg 300w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Ein-Leben-lang-2-1001x450.jpg 1001w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Ein-Leben-lang-2-768x345.jpg 768w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Ein-Leben-lang-2.jpg 1117w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Mit der Konzeptstudie „Viertel hoch Zwei“ hat die gemeinnützige Wohnungsgesellschaft „Arthur Krupp“ gezeigt, wie eine lebenszyklusoptimierte Wohnanlage in der Praxis aussehen kann</figcaption></figure>



<p>inzige Vorgabe war, dass ausschließlich Produkte mit anspruchsvollen ökologischen Mindestanforderungen, z. B. mineralischer Innenanstrich, in den Auswahlprozess einbezogen wurden. „Ergebnis ist, dass die Bauteilaktivierung für Heizung und Kühlung unter Verzicht auf ein Backup-System, die Dimensionierung der PV-Anlage, die Luft-Wasser-Wärmepumpen, die Mikro-Wärmepumpen für die Warmwasseraufbereitung und die Holz- Alu-Dreischeibenfenster auf Basis von Lebenszykluskosten entschieden wurden“, heißt es im Endbericht aus dem Frühjahr 2022. Die Hülle hat Passivhausqualität.</p>



<p>Als Wandbildner kam Ytong zum Einsatz, dazu ein EPSWärmedämmverbundsystem. Auf den Einbau einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung wurde unter Berücksichtigung der Lebenszykluskosten verzichtet. Im ersten Jahr nach Bezug wurden Kalibrierungsarbeiten der innovativen Haustechnik durchgeführt. „Nach der ersten Heiz- und Kühlperiode wurde das Projekt in technischer und sozialer Hinsicht evaluiert – mit durchgängig positiven Ergebnissen“, so der Endbericht&#8230;</p>



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		<title>Zuhause im Fünf-Sterne-Dorf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 17:39:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Trends]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 3-2022]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungsbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wohnanlage Maierhof in Bludenz der Wohnbauselbsthilfe Vorarlberg verbindet ländliche Struktur mit flächensparender Bebauungsdichte. — MAIK NOVOTNY Ein Knotenpunkt des alpinen Verkehrs war hier schon immer: „5-Täler-Stern“ nennt man das Tal östlich von Bludenz an der Stelle, wo es sich Richtung Arlberg und Montafon verzweigt. Autobahn, Landesstraße und Fernbahn schlingen sich durch- und übereinander. Von [&#8230;]</p>
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<p>Die Wohnanlage Maierhof in Bludenz der Wohnbauselbsthilfe Vorarlberg verbindet ländliche Struktur mit flächensparender Bebauungsdichte. <br>— MAIK NOVOTNY</p>



<p>Ein Knotenpunkt des alpinen Verkehrs war hier schon immer: „5-Täler-Stern“ nennt man das Tal östlich von Bludenz an der Stelle, wo es sich Richtung Arlberg und Montafon verzweigt. Autobahn, Landesstraße und Fernbahn schlingen sich durch- und übereinander. Von Abgeschiedenheit ist hier eher nicht die Rede. Doch die ländliche Stille ist nur ein paar Schritte entfernt – im sogenannten Brunnerfeld. Eine kleine Zufahrtsstraße, ein paar Kurven, dann steht man vor dem Satteldach des Zürcherhauses, das seit Jahrhunderten aus dem Talboden ragt, die ältesten Mauern aus dem 13. Jahrhundert.</p>



<p> Noch ein, zwei schmale Straßen und Winkel weiter, und man steht vor einem kleinen Dorfplatz. Mauer, Bank, Linde, alles dabei. Doch der Dorfplatz ist gerade drei Jahre alt, die Mauer aus Sichtbeton, die Linde noch zart und jung. Dahinter eine Fassade aus Holz: Die Wohnanlage Maierhof, fertiggestellt 2019.</p>



<h2>Dorfanger mit Wildblumen</h2>



<p>Ohne vom Individualverkehr belästigt zu werden, spaziert man weiter, quer über den Dorfplatz und hinein in den Dorfanger. Eine große grüne Wiese ohne Zäune, Hecken, Sichtschutz und überbordendes Freizeitzubehör wie die omnipräsenten Trampoline. Stattdessen diskrete Steifen mit Wildblumen, die die Grenze zwischen öffentlich und privat andeuten, und spielende Kinder ohne Grenzen. Alles hier ist eindeutig neu, aber die Typologie ist vertraut und instinktiv begreifbar. </p>



<p>Begonnen hatte alles mit einer Bebauungsstudie 2014, als ein Investor mit Vorliebe für schwierige Bauaufgaben das dreieckige, 8.500 Quadratmeter große Grundstück entdeckte. Die Vorteile: unverbaubare Wiese und Wald unmittelbar daneben, aber eine sensible, über Jahrhunderte gewachsene Nachbarschaft auf der anderen Seite.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" loading="lazy" src="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Zuhause-im-Fuenf-Sterne-Dorf-3.jpg" alt="" class="wp-image-39868" width="757" height="408" srcset="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Zuhause-im-Fuenf-Sterne-Dorf-3.jpg 738w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Zuhause-im-Fuenf-Sterne-Dorf-3-300x162.jpg 300w" sizes="(max-width: 757px) 100vw, 757px" /><figcaption>feld72, links Richard Scheich, plante das „Dorf“</figcaption></figure>



<h2>Lebhafte Diskussion</h2>



<p>Mit den Wiener Architekten feld72, dem gemeinnützigen Bauträger Vorarlberger Wohnbauselbsthilfe und der Stadt Bludenz wurden gemeinsam Parameter und Ziele diskutiert und definiert: Durchlässigkeit, Durchwegung, gemeinschaftliche Freiräume. Ein Partizipationsprozess mit den Anwohnern vor Ort diente dazu, die harmonische Einfügung eines neuen Wohnbaus in den Bestand zu erleichtern. „Es war eine lebhafte Diskussion im Gestaltungsbeirat“, erinnert sich Thorsten Diekmann, Abteilungsleiter der Stadtplanung Bludenz. „Wir haben dann deutlich gemacht, dass es kein anonymer Block wird, sondern eine Bereicherung.“ Und naturgemäß auch ein Beitrag zum flächensparenden Bauen in einer Region, wo noch immer das Einfamilienhaus dominiert. </p>



<p>Das Konzept, das sieht man, ist aufgegangen. Acht dreigeschoßige Baukörper, im Volumen am Zürcherhaus orientiert, alle unterschiedlich, alle zueinander gedreht und variiert, um ein typisch vorarlbergerisches Haufendorf zu simulieren. Quartiersplatz, Brunnen, Mauer und Anger als dorftypische Elemente. Die 67 Wohnungen von 37 bis 91 Quadratmeter – ein Drittel davon Eigentum, der Rest Miete und Mietkauf – sind alle mit Loggien ausgestattet. Die einheitliche Holzfassade sorgt für Ländle-Wiedererkennungswert, das Innere der Häuser ist eine Kombination aus Stahlbeton und Hybridbauweise. Der Innenhof – auch eine Besonderheit – wird gemeinsam von der Stadt und der Wohnbauselbsthilfe verwaltet. Ein echtes Stück öffentlicher Raum.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" loading="lazy" width="1024" height="752" src="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Zuhause-im-Fuenf-Sterne-Dorf-2-1024x752.jpg" alt="" class="wp-image-39870" srcset="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Zuhause-im-Fuenf-Sterne-Dorf-2-1024x752.jpg 1024w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Zuhause-im-Fuenf-Sterne-Dorf-2-300x220.jpg 300w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Zuhause-im-Fuenf-Sterne-Dorf-2-613x450.jpg 613w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Zuhause-im-Fuenf-Sterne-Dorf-2-768x564.jpg 768w, https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/10/Zuhause-im-Fuenf-Sterne-Dorf-2.jpg 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Anger für alle: Auf private Freiräume wurde zugunsten von Großzügigkeit verzichtet, die Wohnungen bekamen dafür Loggien</figcaption></figure>



<h2>Kontext und Dichte</h2>



<p>„Es war die große Frage, wie man den Kontext und die hohe Dichte unter ein Dach bringt“, erklärt Architekt Richard Scheich von feld72. „Die Idee war, Nähe und Weite zu schaffen zwischen den Häusern. Das impliziert die Form eines Dorfes – Gasse und Anger.“ Ein Vorteil, so Scheich, war, die Förderung des Landes Vorarlberg für den Holzbau. Das erlaubte auch spielerische Details, wie die Neuinterpretation von Faschen um die Fenster – eben in Holz, anstatt in Putz&#8230;</p>



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		<title>Lernen von dem Norden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 17:32:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Kreislaufwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 3-2022]]></category>
		<category><![CDATA[Zirkuläres Bauen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Initiative in Oslo und ein Wohnprojekt in Kopenhagen zeigen, wie die Kreislaufwirtschaft im Bau pragmatisch und mit hoher Qualität umgesetzt werden kann.— MAIK NOVOTNY Stein Stoknes kommt mit dem praktischen Hightech-Klapprad vom vorherigen Termin, wie es sich für einen Norweger gehört. Er legt den Fahrradhelm auf einen Besprechungstisch im hellen, gemütlichen Coworking Space in [&#8230;]</p>
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<p>Eine Initiative in Oslo und ein Wohnprojekt in Kopenhagen zeigen, wie die Kreislaufwirtschaft im Bau pragmatisch und mit hoher Qualität umgesetzt werden kann.<br>— MAIK NOVOTNY</p>



<p>Stein Stoknes kommt mit dem praktischen Hightech-Klapprad vom vorherigen Termin, wie es sich für einen Norweger gehört. Er legt den Fahrradhelm auf einen Besprechungstisch im hellen, gemütlichen Coworking Space in der Karl August Gate 13, mitten in Oslo. Hier hat sein Büro FutureBuilt seine Zentrale, gemeinsam mit vielen anderen Startups und Institutionen. Im Jahr 2010 hat Stoknes FutureBuilt gegründet und ein Bewertungs- und Anreizsystem für innovatives, klimagerechtes Bauen entwickelt. </p>



<p>Heute arbeitet FutureBuilt mit der Stadt Oslo und mehreren Kommunen im Umkreis zusammen, beeindruckende 75 Projekte sind schon im Portfolio. Die Stadtregion wächst rapide an, und damit auch der Bedarf an Wohnraum und Infrastruktur. Das kleine Team von FutureBuilt hatte die Signale der Klimawende früh erkannt, heute sitzt in jeder Kommune eine Ansprechperson, die gemeinsam mit der Initiative zwischen Bauwirtschaft, Stadtverwaltung und Klimazielen vermittelt. </p>



<p>„Wir glauben an die Kraft des guten Vorbilds“, sagt der drahtige Norweger. „Wir wollen die Bauindustrie verändern. Dabei geht es um Klima und Nachhaltigkeit, aber immer auch um die Qualität der Projekte. Es muss immer etwas besser sein als das, was wir heute haben.“ Das erreicht FutureBuilt mit einem Kriterienkatalog, der für Bauträger mehrere Anreize bietet. Zum einen können sie sich nach außen als innovative Investoren profilieren und internes Know-how aufbauen, zum anderen bieten ihnen die Kommunen beschleunigte Baugenehmigungen als Belohnung, wenn sie die Kriterien erfüllen.</p>



<h2>Detailliertes Monitoring</h2>



<p>Als Gegenleistung müssen die ökologischen Benefits wie CO2-Einsparung, Mobilitätskonzept, soziale Nachhaltigkeit und deren Innovationsgehalt detailliert nachgewiesen werden. Die Einhaltung wird zwei Jahre nach Fertigstellung mittels eines Monitoringsystems geprüft. Unter den Projekten finden sich Prestigeprojekte wie das neue Nationalmuseum, Bürobauten und ganze Stadtquartiere, aber auch (in Norwegen fast ausschließlich freifinanzierte) Wohnbauten mit einem Anteil von etwa einem Drittel. </p>



<p>Auch das Haus in der Karl August Gate 13 (Planung: Mad Arkitekter) ist ein preisgekröntes FutureBuilt-Projekt, vor allem, weil es zu 80 Prozent aus wiederverwerteten Materialien besteht. Stein Stoknes deutet nach oben. „Auch die Stahlträger hier sind wiederverwertet.“ Auch die Betonfertigteile wurden wiederverwertet – und eben nicht aus zermahlenem Schutt recyclet. Schnelle Tour durchs Gebäude: Alles wirkt wie neu, ist es aber nicht. Die Lüftung, die Fenster, der Teppich, die Fliesen in den WC – alles stammt entweder aus abgebrochenen Bauten oder von übriggebliebenen Produktionsresten.</p>



<p>Teile der Fassade stammen aus den Trümmern des Bombenanschlags im Osloer Stadtzentrum von 2011. „Dies war unser erstes Pilotprojekt, mit dem wir unsere Kriterien für Circular Buildings getestet haben“, erklärt Stoknes. „Hier wurden die Kriterien sogar übererfüllt, mit einer Reduktion der CO2-Emissionen um circa 70 Prozent.“ Das erste Zehnjahresprogramm von FutureBuilt wurde erfolgreich abgeschlossen, 2021 wurde das nächste gestartet.</p>



<h2>Ziegel-Laubsägearbeit</h2>



<p>Ein weiteres leuchtendes Beispiel für nordisches Recycling im Bau ist im Kopenhagener Stadtteil Ørestad zu besichtigen. Die Wohnanlage „Resource Rows“ trägt ihre Ambition schon im Namen. Geplant von den Nachhaltigkeitsexperten Lendager Group, wurde die Fassade des Baus mit insgesamt 92 Wohnungen (davon 29 Reihenhäuser und 63 Geschoßwohnungen) aus wiederverwerteten Ziegeln, Holz und Fenstern zusammengesetzt. Insgesamt zehn Prozent aller Materialien wurden wiederverwertet, dadurch konnten 29 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden. </p>



<p>Am Anfang stand die Frage: „Was, wenn wir unsere Gebäude einfach mitnehmen können? Was, wenn wir sie in Teile schneiden und diese Teile wiederverwerten?“ Genau das kam hier zur Anwendung, und das sieht man schon von Weitem: Ein Patchwork aus je einem Meter großen Fassadentafeln. „Ein Maurer, der so etwas in einem konventionellen Neubau versucht, müsste entweder extrem betrunken oder künstlerisch sehr begabt sein“, sagte Architekt Anders Lendager im Interview. </p>



<p>Die Ziegel-Laubsägearbeit hatte jedoch nicht nur ästhetische Gründe, denn durch die Härte des in Dänemark seit den 1960er-Jahren üblichen Zementmörtels lassen sich Stein und Fuge nicht mehr voneinander trennen – was bislang die Wiederverwertung einzelner Ziegelsteine verunmöglicht hat. Bleibt also nur die Möglichkeit, das Ganze in handliche Teile zu portionieren. Diese stammen aus drei verschiedenen Altbauten, darunter eine Carlsberg-Brauerei und eine Waldorfschule.</p>



<h2>Soziale Ziele</h2>



<p>Wie auch in Norwegen ist die bautechnische Innovation hier mit einem sozialen Ziel verknüpft: Für die Bewohner der Resource Rows gibt es eine große Gemeinschaftsterrasse auf dem Dach mit Gewächshäusern, die ebenfalls aus wiederverwerteten Materialien (Glas und Abfallholz) zusammengebaut wurden. Eine kecke Brücke zwischen den beiden Reihenhaus-Dächern überspannt den grünen Innenhof&#8230;.</p>



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		<title>Steinmetz auf Umwegen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 17:28:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Architekten]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 3-2022]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einem ehemaligen Industriegebäude in Wien, in dem viele Architekten wie in einem Bienenstock versammelt sind, findet man auch das Wiener Büro von Architekt Juri Troy. — PETER REISCHER Wenn man Ihre Website studiert, kann man eine eindeutige Formensprache in der Architektur erkennen: Klare Volumina, präzise geschnittene Öffnungen, glatte Flächen – kommt das aus Ihrer [&#8230;]</p>
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<p>In einem ehemaligen Industriegebäude in Wien, in dem viele Architekten wie in einem Bienenstock versammelt sind, findet man auch das Wiener Büro von Architekt Juri Troy. <br>— PETER REISCHER</p>



<p><em>Wenn man Ihre Website studiert, kann man eine eindeutige Formensprache in der Architektur erkennen: Klare Volumina, präzise geschnittene Öffnungen, glatte Flächen – kommt das aus Ihrer Steinmetzausbildung?</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Ich glaube schon, nachgedacht habe ich darüber schon öfters. Die Arbeit mit dem Stein, auch mit Ton, Plastilin und Gips hat mich schon sehr geprägt. Damit erzeugt man natürlich ein gewisses Verständnis von Volumen und Raum.</p><cite>Juri Troy</cite></blockquote>



<p><em>Neben dem Stein ist aber ein scheinbares Lieblingsmaterial in der Architektur für Sie das Holz. Was sagen Sie – Bezug nehmend auf den Kontrast Holz und Stein – zu dem Begriff Hassliebe?</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Am Anfang kam ich eher aus dem mineralischen Bereich, eigentlich zufällig habe ich mein erstes Holzhaus gebaut und schnell gemerkt, welche immensen Vorteile das Holz mit sich bringt und so habe ich meine Liebe zu diesem Material entdeckt. Im Prozess der Bearbeitung sind beide gar nicht so unterschiedlich. Handwerklich benötigen sie dieselbe Präzision und Liebe.</p></blockquote>



<p><em>Welches sind die Vorteile von Holz beim Bauen?</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Holz ist ein Baustoff, der konstruktiv wie auch wärmetechnisch verwendet werden kann. Außerdem ist es ein Material, das CO2 speichert und damit eine Strategie bietet, mit der man heutzutage noch mit gutem Gewissen bauen kann.</p></blockquote>



<p><em>Wie wichtig ist Ihnen der Kontext bei Ihrer Architektur?</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Sehr wichtig, ich schaue mir jedes Grundstück, Witterung, Sonneneinstrahlung vorher genau an.</p></blockquote>



<p><em>Kann es auch passieren, dass Sie sagen: Da baue ich nicht!</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Ja, kann auch passieren. Die Frage ist ja immer, wie gehen wir mit dem Kontext, mit dem Bestand um. Heute ist ja in vielen Gemeinden die Herangehensweise so: „Es muss zu dem passen, was schon da ist.“ Zu 90 Prozent ist das aber Schrott. Da muss ein anderer Standpunkt her, da muss man gegensteuern.</p></blockquote>



<p><em>Bedeutet Kontext in diesem Zusammenhang auch Kriterien wie Klimaveränderung, Nachhaltigkeit, allgemeine Krisen miteinzubeziehen?</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Auf jeden Fall. In allen Diskussionen – egal, ob Hochschule oder Büro – die wir führen, sind das wesentliche Kriterien. Bestand, Hanglage, Erdbewegungen, Versiegelung, Energiebedarf beim Bau und beim Betrieb und die Frage: Muss man überhaupt bauen?</p></blockquote>



<p><em>Warum bauen Sie dann Einfamilienhäuser? Ist doch eigentlich ein No-Go für jeden verantwortungsvollen Architekten?</em> &#8230;</p>



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