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	<title>Wohnformen Archive - Wohnungswirtschaft-dev</title>
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	<description>Fakten und Lösungen für Profis, Wohnungswirtschaft, Fachmagazin</description>
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	<title>Wohnformen Archive - Wohnungswirtschaft-dev</title>
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		<title>Wohnqualität gemeinsam (er)schaffen und (er)leben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Dec 2022 20:15:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das gemeinschaftliche Wohnprojekt GeWoZu erweist sich nach rund einem Jahr als Wohntraum für die Bewohner. Angi Groß genießt den Ausblick von ihrer Küche und das Gemeinsame – aber auch ihre Rückzugsmöglichkeiten. — GISELA GARY In Waidhofen/Ybbs wurde ein unkonventionelles, gemeinschaftliches Wohnprojekt realisiert. 2017 entstand die Idee, ein Mehrparteienhaus zu bauen, um gemeinsame Ressourcen zu nutzen. [&#8230;]</p>
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<p>Das gemeinschaftliche Wohnprojekt GeWoZu erweist sich nach rund einem Jahr als Wohntraum für die Bewohner. Angi Groß genießt den Ausblick von ihrer Küche und das Gemeinsame – aber auch ihre Rückzugsmöglichkeiten. <br>— GISELA GARY</p>



<p>In Waidhofen/Ybbs wurde ein unkonventionelles, gemeinschaftliches Wohnprojekt realisiert. 2017 entstand die Idee, ein Mehrparteienhaus zu bauen, um gemeinsame Ressourcen zu nutzen. Rund drei Jahre wurde diskutiert, geplant, verworfen und neu geplant. „So kam es zur Gründung unseres Vereins ,Gemeinschaftlich Wohnen – die Zukunft‘ (GeWoZu)“, erläutert Angi Groß. Das Projekt mit insgesamt zwölf Wohnungen und 33 Bewohnern startete im Mai 2020 mit dem Bau. Seit Ende 2021 ist das Haus nun fertig und bezogen. Die Wohnungen sind so unterschiedlich wie ihre Bewohner. </p>



<p>Nachhaltig sollte das Haus sein. Das Ergebnis ist ein Hybridbau, recycelter Beton kam zum Einsatz, Stroh und Lehm wurden für Wände und Böden verwendet. Die Fußbodenheizung bezieht die Wärme aus der Erde mit Hilfe einer Wärmepumpe, das Warmwasser wird über die Photovoltaikanlage erzeugt. Die nicht genutzte Energie wird eingespeist, wobei es gerade Bestrebungen für eine lokale Energiegemeinschaft gibt. Das Regenwasser wird für Toiletten und Brauchwasser genützt. Das gemeinsame Wohnen wird im GeWoZu rund um die Uhr gelebt – es gibt eine gemeinsame Garderobe, das Haus ist komplett straßenschuhfrei. </p>



<p>Angi Groß lebt auf 60 Quadratmetern – für sie mehr als genug Platz. „Wir teilen vieles miteinander und wachsen dabei persönlich.“ Der Baugruppe gelang es, qualitativ hochwertigen Lebensraum zu schaffen und gleichzeitig auf eine effiziente und achtsame Ressourcennutzung zu achten. Hinter dem Haus befinden sich ein großzügiger Garten, Spielflächen und differenzierte Erholungsräume, Gemeinschaftsküche, Hauswirtschaftsraum, Erdkeller, Werkstatt und Lagerräume.</p>



<h2>Viele Erwartungen</h2>



<p>Einkaufen können die Bewohner im Foodcoop im Keller, ein kleines Geschäft bietet alles für den täglichen Bedarf. Der Planungsprozess schweißte die zwölf Familien zusammen: „Es gab viele verschiedene Erwartungen. In Zusammenarbeit mit den W30 Architekten recherchierten wir viel, um eine möglichst nachhaltige Bauweise unseres Hauses zu erreichen. Da gab es auch viel Neuland für die Architekten“, so Groß. </p>



<p>Gebaut wurde schließlich ohne Bauträger: „Wir wollten die Themen, die den Bau betrafen, möglichst selbstbestimmt entscheiden. Zusätzlich konnten wir durch das Selber-Bauen natürlich auch Geld sparen.“ Finanziert wurde der Bau über ein alternatives Konzept. Eigenmittel wie auch Kredite der Bewohner wurden durch einen Vermögenspool, über den Anleger wertgesicherte Anteile am Projekt erwerben konnten, ergänzt&#8230;</p>



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		<title>Die drei G und L des jungen Wohnens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Sep 2021 19:54:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 3-2021]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnformen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gute Grundrisse, Gärten, Gemeinschaftsräume: Die drei G beim jungen Wohnen. Doch mehr als das zählen die L: Leistbarkeit, Lage, Luxus.MAIK NOVOTNY Es ist kein Geheimnis: Bei Jugendlichen und jungen Menschen ändern sich die Lebensumstände schnell. Man wohnt alleine, zu zweit, dann wieder alleine, in einer WG, als Alleinerziehende, als junge Familie. Wie macht die Wohnung [&#8230;]</p>
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<p>Gute Grundrisse, Gärten, Gemeinschaftsräume: Die drei G beim jungen Wohnen. Doch mehr als das zählen die L: Leistbarkeit, Lage, Luxus.<br>MAIK NOVOTNY</p>



<p>Es ist kein Geheimnis: Bei Jugendlichen und jungen Menschen ändern sich die Lebensumstände schnell. Man wohnt alleine, zu zweit, dann wieder alleine, in einer WG, als Alleinerziehende, als junge Familie. Wie macht die Wohnung diese biografischen Bewegungen mit? Brauchen junge Menschen ganz andere Grundrisse als ältere, deren Lebensumstände stabiler und planbarer sind? Oder einfach kluge flexible Lösungen, die die Wohnung adaptierbar machen? </p>



<p>Verena Mörkl und Christoph Mörkl haben Erfahrung in diesen Fragen gesammelt. Ihr Büro Superblock Architekten realisierte 2014 am Nordbahnhof in Kooperation mit dem Magazin biber das Wohnprojekt „Wohnen mit scharf!“, die Zielgruppe waren Menschen mit Migrationshintergrund. „Wir hatten uns im Vorfeld erkundigt, ob migrantische Junge anders wohnen“, erinnert sich Christoph Mörkl heute. „Das tun sie aber überhaupt nicht. Sie wollten eine ganz normale Wohnung, aber mit Superförderung. Das Monetäre spielt immer die Hauptrolle.“ </p>



<p>Drei Jahre später kooperierten Superblock mit der Alpenland im Rahmen der damals neuen niederösterreichischen Förderschiene „Junges Wohnen“. Jeweils ein Gebäude mit 29 Wohnungen wurde in St. Pölten im Frühjahr 2017 und Baden im Sommer 2017 fertiggestellt. „Unser Konzept basierte auf dem Standpunkt, dass die Wohnung innerhalb der Wände unterschiedliche Lebenssituationen abdecken muss“, erklärt Verena Mörkl. „Man hat schließlich in diesem Alter noch nicht die finanziellen Möglichkeiten, dauernd umzuziehen. Wir haben es damals so gelöst, dass wir wenig Trakttiefe und lange Fassaden angeboten haben. </p>



<p>Wohnungen also, die auf engstem Raum all das abbilden können. Und ganz wesentlich dazu ein großer Außenraum, für den die Jungen nicht extra zahlen müssen. Es wurden vorab die Interessenten angeschrieben, welche Gemeinschaftseinrichtungen sie sich wünschen – an erster Stelle war ein Grillplatz, dann eine Gemeinschaftsküche. Soweit wir sehen, wird das heute sehr gut und intensiv genutzt.“</p>



<h2>Hemmschuh Rückbau</h2>



<p>Ansätze, die sich die beiden Architekten auch für Wien wünschen, allerdings seien dort die Konditionen im Smart-Wohnbauprogramm zu strikt, um Flexibilität bei der Zimmereinteilung zuzulassen. „Außerdem müssten die Mieter allfällige Umbauten beim Auszug wieder rückbauen, was ein großer Hemmschuh ist“, so Christoph Mörkl. „Es gibt zwar Möglichkeiten, über die Möblierung die Zimmer anders aufzuteilen, aber viele Bauträger geben dieses Wissen an die Mieter nicht weiter, weil sie keine Umbauten haben wollen.“ </p>



<p>Intensiv mit den Bedürfnissen der Jungen beschäftigt man sich auch bei der Wohnbaugruppe in der Steiermark. „Auf schnell ändernde Lebensumstände zu reagieren, ist schwierig, weil Gesetze und Förderung sehr strikte Grenzen setzen“, sagt Vorstandsdirektor Wolfram Sacherer. „Beim Eigentum ist eine gewisse Flexibilität möglich, beim geförderten Wohnbau weniger. </p>



<p>Wir wollen hier aber weiterdenken und haben mit unseren Startwohnungsprojekten in Liezen und Wagna spezielle geförderte Angebote für junges Wohnen lanciert. Das Projekt umfasst vor allem Zweizimmerwohnungen und kleine Dreizimmerwohnungen inklusive Küchen und versteht sich als Angebote für die Übergangsphase nach dem Auszug von Zuhause.“</p>



<p>Das Alterslimit ist mit 35 festgelegt, der Mietvertrag auf zehn Jahre befristet und kann – sofern das Alterslimit noch nicht erreicht wurde – einmal verlängert werden. Eine der wesentlichsten Veränderungen beim Bedarf fand jedoch, so Sacherer, außerhalb der Wohnung statt: „Bei jungen Familien ist durch Corona der Bedarf an Grün und Freiraum gestiegen. </p>



<p>Wir werden hier in Zukunft mehr bieten, weil gerade die jungen Bewohner im direkten Wohnumfeld aktiv mehr machen wollen: Hochbeete zum Garteln zum Beispiel.“ Letztendlich sind aber auch hier die Prioritäten klar gesetzt. „Die Leistbarkeit steht beim geförderten Wohnbau immer im Vordergrund, danach die Lage. Beim Eigentum steht die Lage an erster Stelle. Erst dann geht es darum, wie die Wohnung tatsächlich ausschaut.“</p>



<h2>Leistbarkeit vor Lage</h2>



<p>Bei der Neuen Heimat Tirol hat man die Wünsche der jungen Generation fachlich eruiert und 2019 eine repräsentative Umfrage unter 18- bis 35-Jährigen vorgenommen. Das Ergebnis: Die Wohnbedürfnisse unterscheiden sich kaum von jenen der vorhergehenden Generationen. Ganz oben auf der Wunschliste: Waschmaschinenanschluss, W-Lan, Fahrradabstellraum, gute Öffi-Anbindung. </p>



<p>Gemeinschaftsräume sind dagegen vor allem ein netter Bonus. „Bevorzugt werden Wohngrundrisse ab zwei Zimmern, das Schlafzimmer sollte möglichst getrennt sein“, berichten die NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner und Markus Pollo. „Und wenn schon eine Einzimmerwohnung, dann soll der Grundriss die Möglichkeit bieten, den Schlafbereich bei Bedarf mit einer einzuziehenden Wand abtrennen zu können.“ Mehr als dies zählen jedoch auch hier die drei L Leistbarkeit, Leistbarkeit, Leistbarkeit – und das noch vor Lage, Lage, Lage. </p>



<p>So viel zum Wohnbau, doch wie haben sich die Bedürfnisse von Studierenden entwickelt? Studentenwohnheime haben in den letzten Jahren einen Boom erfahren, vor allem, weil sie als Anlageobjekt entdeckt wurden. Doch auch im Inneren hat sich einiges getan, denn die Ansprüche sind heute anders als früher, sowohl bei einheimischen als auch bei internationalen Studierenden. </p>



<p>„Studierende haben sich in der Vergangenheit vor allem für die soziale Komponente eines Heimes entschieden“, berichtet Martin Strobel, Geschäftsführer der gemeinnützigen Wihast, die österreichweit mehr als 3.200 Plätze in ihren 16 Heimen verwaltet. „Sie wollten selbst im Haus die Gemeinschaftsräume gestalten und eine starke Community aufbauen. Das hat sich ein wenig verändert Richtung Trend zum Einzelzimmer, der sich deutlich verstärkt hat.</p>



<p>Wir bieten derzeit aktuell unsere Heimplätze zu 80 Prozent als Einzelzimmer und 20 Prozent als Doppelzimmer an.“ Bei den Gemeinschaftsräumen können die Bewohner auch heute mitreden. „Es kommt öfters vor, dass die Funktionen von Gemeinschaftsräumen umgestaltet werden, da sich die Bedürfnisse und Nutzungen der Studierenden ändern. Hierbei ist es wichtig, dass die Ausstattungen der Räumlichkeiten zweckmäßig, aber flexibel sind.“</p>



<h2>Höherer Standard</h2>



<p>Auch beim größten Anbieter in Österreich, der gemeinnützigen Stuwo, konstatiert man eine starke Dynamik auf dem Wohnheimmarkt. „Die Wohnbedürfnisse von Studierenden haben sich in den letzten Jahren radikal verändert“, so Vorstand Florian Huemer. „Sie versprechen sich heute einen höheren Standard zum gleichen Preis. Geteilte Sanitärzellen sind heute nicht mehr gewünscht, und Doppelzimmer sind schwierig zu vermieten&#8230;</p>



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		<title>Neue Wohnformen für eine diverse Stadtgesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Sep 2021 19:13:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Diversität]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 3-2021]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jugendliche und junge Erwachsene in der Lebensphase zwischen 15 und 30 Jahren sind eine heterogene Nutzergruppe mit rasch wechselnden Wohnanforderungen. Im Wohnbau ist besonders das direkte Wohnumfeld für die Lebensqualität entscheidend.STEPHANIE DRLIK Entspricht das Freiraumangebot nicht, wandern junge Nutzer für Freizeitaktivitäten in andere Stadträume ab. „Junge Menschen wollen grundsätzlich nicht anecken“, erklärt die Baukulturvermittlerin Sybille [&#8230;]</p>
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<p>Jugendliche und junge Erwachsene in der Lebensphase zwischen 15 und 30 Jahren sind eine heterogene Nutzergruppe mit rasch wechselnden Wohnanforderungen. Im Wohnbau ist besonders das direkte Wohnumfeld für die Lebensqualität entscheidend.<br>STEPHANIE DRLIK</p>



<p>Entspricht das Freiraumangebot nicht, wandern junge Nutzer für Freizeitaktivitäten in andere Stadträume ab. „Junge Menschen wollen grundsätzlich nicht anecken“, erklärt die Baukulturvermittlerin Sybille Bader vom Verein Wanderklasse aus ihrer langjährigen Arbeitserfahrung mit Jugendlichen. „Durchlässig und offen konzipierte Bebauungsstrukturen schaffen Durchmischung und Diversität, das kommt den Bedürfnissen Jugendlicher und junger Erwachsener entgegen, denn sie suchen den sozialen Austausch“, berichtet Bader, die auch als Beraterin für die Planung von jugendgerechtem Wohnen tätig ist. </p>



<p>„In Städten macht Jugendlichen und jungen Erwachsenen, besonders Zugezogenen aus dem ländlichen Raum oder dem Ausland, die Anonymität der Großstadt zu schaffen“, weiß Sybille Bader aus ihren Gesprächen mit Jugendlichen. Um dem entgegenzuwirken, sind öffentlich nutzbare Räume ohne Konsumationszwang im nahen Wohnumfeld wichtig. „Dort kann man sich mit anderen aus dem Grätzl vernetzen“, so Bader. Nahegelegene und gut ausgestattete Parks und Plätze für sozialen Austausch sowie die Ausübung von Sport und Bewegung sind daher ebenso essenziell, wie der passende direkte Wohnungsfreiraum. </p>



<p>Für die etwas ältere Gruppe der jungen Menschen bis 30 Jahre sind neben der gewünschten Gemeinschaftlichkeit Themen wie Flexibilität, Shared-Angebote, eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr und qualitätsvolle Fußund Radwegeverbindungen wichtig. Und selbstverständlich ist die Leistbarkeit des Wohnens das Um und Auf bei der Wohnentscheidung. „Immer mehr junge Menschen stehen vor der Wahl, entweder bei den Eltern wohnen zu bleiben, oder eine überteuerte Privatwohnung zu beziehen“, so die Baukulturvermittlerin. Zweiteres ist jedoch nur dann eine Option, wenn sie überhaupt Zugang zum freien Wohnungsmarkt bekommen, was alles andere als selbstverständlich ist.</p>



<p>Denn selbst wenn die finanziellen Mittel vorhanden sind, fehlen oftmals abgefragte Bürgschaften oder Job-Referenzen. Von der Ausgrenzung aus dem Wohnungsmarkt sind daher ohnehin benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie Flüchtlinge und Bewohner mit Migrationshintergrund sowie junge Erwachsene in Ausbildung oder zu Beginn ihrer Berufstätigkeit besonders betroffen. Städte und Wohnpartner stehen daher vor der dringlichen Aufgabe, alternative Angebote für mehr Chancengleichheit zu schaffen. Denn letztlich stellen gerade Jugendliche und junge Erwachsene eine enorm wichtige Bevölkerungsgruppe für die positive Entwicklung unserer Stadtgesellschaften der Zukunft dar.</p>



<h2>Fogo – Leben am Vulkanplatz</h2>



<p>Fogo ist eigentlich der Name einer kapverdischen Vulkaninsel. Nahe dem Züricher Bahnhof Altstetten wurde Fogo aber, bezugnehmend auf den angrenzenden Vulkanplatz, zu einem neuen, ganz besonderen Stadtquartier. Auf einem als Parkplatz genutzten und zwischen Autobahn und Bahnhof gelegenen Grundstück entstand eine temporäre Wohnund Ateliersiedlung. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung für bezahlbare und ökologische Wohnungen – Einfach Wohnen (SEW), der Zürcher Fachorganisation für Migration und Integration (AOZ) und des Jugendwohnnetzes zur Vermietung von Wohnraum an junge Erwachsene in Ausbildung ( Juwo). </p>



<p>Die AOZ hat eine andernorts abgesiedelte temporäre Wohnanlage eingebracht, die SEW investierte in ein neues, ökologisches Modulbauprojekt. Gemeinsam wurde leistbarer Wohnraum für Flüchtlinge, junge Erwachsene in Ausbildung, Kulturschaffende und Gewerbetreibende als temporäres Alternativangebot zum in Zürich überteuerten Wohnungsmarkt geschaffen. </p>



<p>Die Module sollen für die nächsten 20 Jahre zur Verfügung stehen und Wohnen in Kombination mit Gastronomie, Kleingewerbe, Kultur- und Bildungsangeboten bereitstellen. Die neuen Module bieten neben rund 100 günstigen Wohnplätzen in Dreier- und Fünfer-WG, die an bis zu 250 junge Menschen in Ausbildung vermietet werden, Gewerberäume, eine Gastronomiefläche und 20 Ateliers in verschiedenen Größen. Die Arbeitseinheiten formieren sich auf dem lärmexponierten Areal wie ein Lärmschutzmantel um die Wohnungen.</p>



<h2>Miteinander stärken</h2>



<p>Die Fogo-Siedlung ist neben einem Wohnort vor allem eine große Begegnungszone mit Spiel- und Freizeitangeboten. Es gibt zahlreiche Innen- und Außenräume zum Verweilen, Spielen, Treffen und zur Nutzung für Gemeinschaftsprojekte und Veranstaltungen. Ein öffentlich zugänglicher Spielplatz und der Gastronomie-Außenraum dienen als offener Treffpunkt für das gesamte Quartier und Besucher. Hier geht es darum, Menschen mit unterschiedlichen Lebenshintergründen zusammenzubringen und das Miteinander zu stärken&#8230;</p>



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