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	<title>Begrünung Archive - Wohnungswirtschaft-dev</title>
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	<title>Begrünung Archive - Wohnungswirtschaft-dev</title>
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		<title>Die grüne Kurskorrektur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2022 18:21:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Garteln auf dem Dach, berankte Fassaden, unversiegelte Höfe. Das Grün im Wohnbau ist heute viel mehr als Dekoration, sondern Grundzubehör der Klimawende.MAIK NOVOTNY Im April 2022 kam es in der Seestadt Aspern zur Korrektur eines Fehlers. Der Wangari-Maathai-Platz und der Simone- de-Beauvoir-Platz im Seeparkquartier hatten sich schon nach kurzer Zeit mit ihren durchgehenden Asphaltflächen als [&#8230;]</p>
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<p>Garteln auf dem Dach, berankte Fassaden, unversiegelte Höfe. Das Grün im Wohnbau ist heute viel mehr als Dekoration, sondern Grundzubehör der Klimawende.<br>MAIK NOVOTNY</p>



<p>Im April 2022 kam es in der Seestadt Aspern zur Korrektur eines Fehlers. Der Wangari-Maathai-Platz und der Simone- de-Beauvoir-Platz im Seeparkquartier hatten sich schon nach kurzer Zeit mit ihren durchgehenden Asphaltflächen als urbane Hitzeinseln erwiesen, was in zahlreichen Medien und auf Social Media für Empörung sorgte. In der Tat hat der Wettbewerb für die Freiraumplanung zu einem Zeitpunkt stattgefunden, zu dem man zwar schon vom Problem sommerlicher Überhitzung wusste, die akute Notwendigkeit – auch im Rahmen der Klimaziele – aber noch nicht allgemeiner Konsens war. Dies hat sich geändert. </p>



<p>Gut, dass die Seestadt sich bisher als lebendiges Labor ständigen Dazulernens erweisen hat, und auch hier Abhilfe geschaffen wurde. Der noch neue Asphalt wurde wieder aufgesägt, und im April begann man mit der Pflanzung von insgesamt 25 „XXL-Bäumen“, die über 30 Jahre alt sind und somit um ein Vielfaches besser kühlen und resilienter sind als kleine Jungbäume. Dazu kommen noch 1.000 Quadratmeter neue Stauden- und Gräserbeete, ein großes Wasserspiel und 13 weitere Wasserquellen. </p>



<p>Die Kosten von 800.000 € teilen sich die Wien 3420 aspern Development AG mit Stadt und Bezirk, dessen Mitteln großteils aus Förderungen des Klimamusterstadttopfes der Stadt Wien stammen. „Mir ist wichtig, dass unsere Stadt für alle lebenswert bleibt, auch wenn es heißer wird. Daher setzen wir gezielt Maßnahmen, um Hitzeinseln in der Stadt zu entschärfen. Große Bäume und Wasserspiele haben einen kühlenden Effekt auf die unmittelbare Umgebung, was gerade für Kinder und ältere Menschen wichtig ist. </p>



<p>Damit machen wir den öffentlichen Raum klimagerechter und für alle nutzbar“, so Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. Dass das Grün gerade in der dicht bebauten Stadt jetzt und in Zukunft mehr als reine Dekoration sein muss, ist inzwischen allen klar geworden. Der Hitzestress, in den normal gewordenen 30-Grad-Sommern, ist eine ernsthafte Gesundheitsgefahr, und rein technische Methoden zur Kühlung konterkarieren als Energiefresser die Ziele der Klimaneutralität, die sich Österreich und Wien gesetzt haben.</p>



<h2>Klimafit als Standard</h2>



<p>Auf der anderen Seite des Sees in Aspern, wo in diesem Frühjahr die Wettbewerbe für die „Rote Saite“ des kommenden vierten Seestadt-Quartiers mit dem Namen Seeterrassen entschieden wurden, sind diese Erkenntnisse bereits in die Planung eingeflossen. Die Sieger des Bieterverfahrens der Wien 3420 aspern Development AG für die beiden Baufelder H1 und H5 an der „aspern urban Waterfront“ wurden im Mai 2022 präsentiert. Diese Baufelder werden zu 75 Prozent freifinanziertes Wohnen und 25 Prozent gewerbliche und sonstige Nicht-Wohnnutzungen aufweisen. </p>



<p>Die beiden Bauträger Soulier Real Estate („Pier 01 – Lili am See“) und Moser Wohnbau &amp; Immobilien („Pier 05“) werden hier zwei Hochhausprojekte zum Wohnen und Arbeiten mit insgesamt rund 63.700 Quadratmeter oberirdischer Bruttogeschoßfläche realisieren. Dafür wurde erstmals der neue Gebäudestandard der Seestadt, aspern klimafit, angewandt.</p>



<p>Dieser Standard wurde in einem Team unter Führung von FH Technikum Wien, dem Institute of Building Research &amp; Innovation ZT Gmbh und Urban Innovation Vienna entwickelt und umfasst die Kernaspekte niedrigstmöglicher Energieverbrauch, maximale Nutzung erneuerbarer Energieträger vor Ort aus Solarenergie und Umgebungswärme, gezielte Vermeidung sommerlicher Überwärmung durch Fassadengestaltung und Bauteilaktivierung, sowie CO2-reduzierte Gebäudeerrichtung durch kreislaufwirtschaftliche Konzepte.</p>



<h2>Neu im Spiel: Der GFF</h2>



<p>Als Grundlage für die Ausschreibung diente insbesondere das mit Studio- VlayStreeruwitz und Carla Lo Landschaftsarchitektur entwickelte und 2021 finalisierte Leitbild „Seeterrassen“, das unter anderem auf umfangreichen Mikroklimamessungen und -simulationen der ClimateTech-Experten Greenpass beruht. Damit soll die Umsetzung der klimasensiblen und klimaresilienten Stadtplanung sichergestellt werden. Zusätzlich wurde im Leitbild ein neuer Richtwert eingeführt: Der Grün- und Freiflächenfaktor (GFF) setzt die urbane grüne Infrastruktur (UGI) wie Rasen, Sträucher oder Fassadenbegrünungen in Relation zu Grundstücksfläche und Baumasse. </p>



<p>Je höher der GFF-Wert, desto höher ist der Anteil der Freiflächen und der Durchgrünungsgrad. Der GFF setzt sich aus drei Teilen zusammen: Erdgeschoßniveau, Fassaden- und Dachflächen. Im Quartier Seeterrassen wurde für die hoch und dicht bebauten Baufelder H1 und H5 ein GFF von 0,3 festgelegt, für die übrigen Baufelder ein GFF von 0,45&#8230;</p>



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		<title>Komplexes Grün</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2022 18:16:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Begrünungsmarkt boomt und das Halbwissen ist groß. Planer, Bauträger oder Hausverwalter sind auf der einen Seite angehalten und auch bereit, klimasensibel zu agieren. Andererseits ist die Gefahr groß, der Verlockung einfacher Rezepte zu erliegen, was in einer vielschichtigen Materie auch zu Kollateralschäden führen kann.FRANZISKA LEEB Balkontröge und Hochbeete sind aus den Ausstattungsprogrammen des (geförderten) [&#8230;]</p>
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<p>Der Begrünungsmarkt boomt und das Halbwissen ist groß. Planer, Bauträger oder Hausverwalter sind auf der einen Seite angehalten und auch bereit, klimasensibel zu agieren. Andererseits ist die Gefahr groß, der Verlockung einfacher Rezepte zu erliegen, was in einer vielschichtigen Materie auch zu Kollateralschäden führen kann.<br>FRANZISKA LEEB</p>



<p>Balkontröge und Hochbeete sind aus den Ausstattungsprogrammen des (geförderten) Wohnbaus nicht mehr wegzudenken und oft reicht das Angebot noch viel weiter. Wie zum Beispiel in der Siedlung „Erlaaer Flur“ am Helene- Thimig-Weg in Wien Liesing, wo neben einem großen Gemeinschaftsgarten in jeder der fünf Wohnanlagen reichlich Möglichkeit zur gärtnerischen Betätigung besteht. „Urban Gardening zählt ob des hohen gemeinschaftlichen Charakters zu jenen Angeboten, die sehr gut von der Bewohnerschaft angenommen werden“, weiß Lukas Oberhuemer von wohnbund:consult, der dort der Hausgemeinschaft der wabe23 (Bauträger BWSG, Arch. </p>



<p>Treberspurg &amp; Partner, Landschaft: Green4Cities, Plansinn) u.a. Starthilfe beim gemeinsamen Gärtnern leistete. Die Freizeitgestaltung inklusive Nachbarschaftspflege sei eher ein Motiv zum Garteln als die Selbstversorgung oder die Weltverbesserung. „Wenn sich Zeit genommen wird, Strukturen langsam aufzubauen, hat das gärtnerische Engagement länger Bestand und dann ist es auch möglich, der Bewohnerschaft Verantwortung für das gemeinsame Grün zu übertragen.“ </p>



<p>Viel hänge auch am Konzept und dem Herzblut, das darin steckt, wie sehr die Bauträger über das Angebot informieren und wie attraktiv der Freiraum im Allgemeinen sei. Oftmals werde auf den letzten paar Metern an Sitzgelegenheiten und Aufenthaltsplätzen gespart, Details, die für das tägliche Wohnen einen enormen Unterschied machen. </p>



<p>Vorbildhaft ist die Wohnhausanlage MGG22 am Mühlgrundweg (Bauträger Neues Leben und M2plus, Architekten Charamza, Sophie und Peter Thalbauer, Thaler Thaler, Freiraum: Rajek Barosch), wo sich das Thema „Essbare Stadt“ über sämtliche Freiflächen zieht und der vom Verein „Stadtgemüse ²²“ betriebene 2.500 Quadratmeter große Gemeinschaftsgarten auch der Nachbarschaft außerhalb der Anlage zur Verfügung steht. „Urban Gardening ist ein Trend, der Gutes bewirkt und eine einfache Maßnahme, um sozialen Mehrwert zu erzeugen“, so Oberhuemer. Damit es ein ernstzunehmender Beitrag gegen die Überhitzung wird, müsse aber noch mehr passieren, da stecke unter anderem noch viel Potenzial in der vertikalen Begrünung oder in Biodiversitätsflächen. </p>



<p>Ein Versuch, mehr zu tun, ist es, Maßnahmen aufeinander abzustimmen und zum Beispiel extensiv begrünte Retentionsdächer, ober- und unterirdische Pflanzbeete, offene Rinnensysteme und Sickermulden der Überhitzung und Austrocknung der Stadt entgegenzuwirken. Erstmals im Wiener geförderten Wohnbau durchgeführt wurde dies 2016 beim Wohnpark Süßenbrunner Straße der Siedlungsunion.</p>



<h2>Grüne Fassaden</h2>



<p>Als probates Mittel gegen städtische Hitzeinseln gelten neben Dachbegrünungen zunehmend Fassadenbegrünungen, für die einige Städte kostenlose Beratung und finanzielle Zuschüsse bereitstellen. Wien macht dafür maximal 5.200 Euro locker, Linz bis zu 15.000 Euro. Bis Gebäudeklasse 3 sei es relativ einfach, vertikal zu begrünen, sofern man bestimmte Voraussetzungen beachtet, meint Architekt Gerhard Huber, dessen Büro Rataplan sich mit einer Reihe an Vertikalbegrünungen an Bestandsbauten eine große Expertise erarbeitet hat. </p>



<p>Soll das Grün höher ranken, werde es kompliziert, nicht zuletzt aus Brandschutzgründen. In jedem Fall gelte es, zunächst die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen zu klären. Die statischen Aspekte werden oft unterschätzt und an Windlasten könne einiges zusammenkommen. Der Außenwandaufbau ist zu berücksichtigen und auch Platz, um den Pflanzen ausreichend Wurzelraum zu geben, damit sie wachsen können&#8230;</p>



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		<title>Grüne Heimat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2022 15:41:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Biotope City Wienerberg ist der wahrscheinlich radikalste städtebauliche Ansatz Wiens, wenn es um klimaresiliente und klimaadaptive Maßnahmen geht. Doch wie viele von den einst erträumten Maßnahmen haben den Weg in die Realität gefunden? Ein Spaziergang mit dem Boku-Forscher Florian Reinwald.WOJCIECH CZAJA Der Lift bleibt im achten Stock stehen, die Türe geht auf, ein Herr [&#8230;]</p>
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<p>Die Biotope City Wienerberg ist der wahrscheinlich radikalste städtebauliche Ansatz Wiens, wenn es um klimaresiliente und klimaadaptive Maßnahmen geht. Doch wie viele von den einst erträumten Maßnahmen haben den Weg in die Realität gefunden? Ein Spaziergang mit dem Boku-Forscher Florian Reinwald.<br>WOJCIECH CZAJA</p>



<p>Der Lift bleibt im achten Stock stehen, die Türe geht auf, ein Herr mit rotem T-Shirt steigt ein, auf seinem Rücken in großen Lettern „Wien-Süd“, muss wohl der Facility-Manager sein. Viel Arbeit hier? Mit dem vielen Grün überall und dem Swimming-Pool am Dach? Der Herr rollt mit den Augen, reibt sich den Schweiß von der Stirn und gibt ein nonverbales, aber unmissverständliches Stöhnen und Schnaufen von sich. Bah! Pfuh! Das Gespräch bleibt wortlos. </p>



<p>Die Lifttür geht wieder auf, der Herr ist in seiner Arbeitshölle angekommen, wir jedoch, wir sind im Paradies. „Die Biotope City ist ein Vorzeigeprojekt für grüne Stadtverdichtung und für klimaadaptiven, klimaresilienten Wohn- und Städtebau“, sagt Florian Reinwald, Senior Scientist am Institut für Raumplanung an der Universität für Bodenkultur Wien, Department für Raum, Landschaft und Infrastruktur. „Und das ist kein Kinderspiel, denn das funktioniert nur mit einem gewissen Commitment und mit gewissen Anstrengungen, was den Betrieb und die laufende Pflege der Anlage betrifft. Vieles hier basiert auf Sensoren, automatischer Bewässerung und anderen technischen Infrastrukturen. </p>



<p>Aber unterm Strich ist so ein grünes Pilotprojekt ohne jeden Zweifel mehr Arbeit als jeder andere Wohnbau in Wien.“ Reinwald ist Projektleiter für die Begleitforschung der Biotope City Wienerberg, und das schon von Anfang an, als die meisten Wiener noch nicht einmal wussten, was hier oben, auf dem Areal des ehemaligen Coca-Cola-Abfüllwerks eines Tages passieren sollte.</p>



<h2>Intensive Flora</h2>



<p>Nach Absiedelung der Produktionsstätte wurde das 5,4 Hektar große Industrieareal fast vollständig entsiegelt und in ein Brown Field rückgebaut. Im Anschluss daran wurde ein städtebaulicher Masterplan entwickelt, der sich nicht nur als Restfläche zwischen den Häusern versteht, sondern Architektur und Nichtarchitektur als gleichberechtigte Yin-Yang-Elemente betrachtet. </p>



<p>„Ist der Ausblick von hier oben nicht fantastisch? Für mich jedenfalls ist das der beste Aussichtspunkt in der gesamten Biotope City Wienerberg“, sagt Reinwald. Und deutet auf die vier Finger, die sich Richtung Süden zum Wienerberger Ziegelteich erstrecken, wo sie immer höher und höher werden, während sie sich zur Reihenhausbebauung im Norden und Osten allmählich auf ein Einfamilienhaus verträgliches Format abtreppen. Zwischen den vier Wohnblöcken tun sich drei Grünkeile, sogenannte Canyons auf – dazwischen, darunter, darüber, mittendrin und auch an den Fassaden hinaufkletternd und von den Balkontrögen hinabhängend immer wieder Grün.</p>



<p>Im Gegensatz zu den meisten Dachterrassen, die man in Wien vorfindet, ist auch jene auf dem Bauteil des gemeinnützigen Bauträgers Wien- Süd von üppiger, intensiver Flora gesäumt. Die Randbereiche zur Brüstung sind mit Substrat gefüllt und extensiv begrünt, entlang der Gehwege stehen Pflanzentröge, die mit Gräsern, Stauden und allerlei bunt blühendem Grünzeug gefüllt sind, sowie 25, zum Teil barrierefrei unterfahrbare Hochbeete, durchnummeriert mit großen Plaketten, in denen die Mieterinnen und Mieter ihr eigenes Gemüse ziehen, von Radieschen und Kohlrabi über Erbsen und Tomaten, bis hin zu allerlei Salaten wie etwa Mangold, Radicchio und Lollo Rosso&#8230;</p>



<div class="wp-block-file"><a href="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/07/Gruene-Heimat.pdf">zum vollständigen Artikel als PDF</a><a href="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/07/Gruene-Heimat.pdf" class="wp-block-file__button" download>Herunterladen</a></div>
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		<title>Ist Wien grün genug?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2022 15:37:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Begrünung]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Helga Fassbinder verrät bei einem Gespräch in Wien, in einem Harry- Glück-Bau, Details zum Konzept „Biotope City“ und ihre Sehnsüchte und Visionen nach mehr Grün in der Stadt.PETER REISCHER Wie hat sich Ihre Arbeit mit dem Prinzip „Biotope City“ entwickelt? Ich hatte 1997 einen schweren Verkehrsunfall mit Schleudertrauma. Dadurch konnte ich lange Zeit keinerlei externe [&#8230;]</p>
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<p>Helga Fassbinder verrät bei einem Gespräch in Wien, in einem Harry- Glück-Bau, Details zum Konzept „Biotope City“ und ihre Sehnsüchte und Visionen nach mehr Grün in der Stadt.<br>PETER REISCHER</p>



<p><em>Wie hat sich Ihre Arbeit mit dem Prinzip „Biotope City“ entwickelt?</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Ich hatte 1997 einen schweren Verkehrsunfall mit Schleudertrauma. Dadurch konnte ich lange Zeit keinerlei externe Reize ertragen. Ich saß also in meiner Wohnung im Zentrum von Amsterdam und schaute aus dem Fenster in den Innenhof und wartete auf die Besserung. </p><p>Da habe ich bemerkt, welch reiche Natur da vorhanden ist. Wir Stadtplaner und Architekten machen ja den Fehler, zwischen Stadt und Land, Stadt und Natur zu unterscheiden. In Wirklichkeit ist die Stadt genauso ein Typus Natur wie andere Formen von Natur. Aus diesen Beobachtungen habe ich gelernt, dass die Biodiversität in der Stadt größer ist als auf dem Land. Das haben Biologen inzwischen bestätigt.</p><cite>Helga Fassbinder</cite></blockquote>



<p><em>Das wissen aber die wenigsten Menschen!</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Ja, leider und deshalb habe ich das Konzept der „Biotope City“ entwickelt. Ich habe dazu einen Kongress in Eindhoven mit dem Titel „Biotope City – die dichte Stadt als Natur“ veranstaltet. Das war 2002, vor 20 Jahren. Ich habe inzwischen viele Vorträge gehalten, auch in Wien, und da hat irgendjemand Harry Glück davon erzählt. Er hat mich angerufen und gefragt, ob wir nicht gemeinsam ein Projekt machen könnten. Harry Glück hat nach einem Grundstück gesucht und das ehemaligen Coca-Cola-Areal gefunden. Und hier steht jetzt die „Biotope City Wienerberg“.</p><cite>Helga Fassbinder</cite></blockquote>



<p><em>Können Sie das Oxymoron Stadt als Natur erklären?</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Wir sind Bestandteil der Natur, Natur reicht von der Wüste bis zum Dschungel. Unsere Städte sind da nicht ausgenommen. Deshalb gibt es in der Stadt Vögel, die einmal Felsenbewohner waren. Betrachten wir doch die Natur nicht als etwas, das man draußen halten muss, sondern als etwas, was zu integrieren ist! Wir stehen damit auch am Anfang einer neuen Ästhetik der Architektur. Eine Ästhetik, die Fauna und Flora genauso als „Bausteine“ integriert wie Stein, Holz und Glas.</p><cite>Helga Fassbinder</cite></blockquote>



<p><em>Wie sehen Sie die Zusammenarbeit mit Stadtplanern und Architekten?</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Unsere gebauten Werke müssen auch in 100 Jahren noch stehen und ihre Funktionen erfüllen. Deshalb wundere ich mich, dass gerade Architekten und Stadtplaner die fundamental veränderten Rahmenbedingungen unseres Lebens so wenig im Auge haben. Im letzten IPPC-Bericht (Sachstandsbericht des zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen der Vereinten Nationen) steht, dass, wenn die ganzen Zusagen, Vereinbarungen etc. in der bisherigen Laxheit und Langsamkeit umgesetzt werden, eine Klimaerwärmung von 3,2 Grad droht. Wir müssen also unser Städte und unsere Bauten an die zukünftigen Bedingungen anpassen.</p><cite>Helga Fassbinder</cite></blockquote>



<p><em>Glauben Sie, dass sich die breite Masse vorstellen kann oder begreift, was 3,2 Grad Erwärmung auf der Welt bedeutet?</em> &#8230;</p>



<div class="wp-block-file"><a href="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/07/Ist-Wien-gruen-genug.pdf">zum vollständigen Artikel als PDF</a><a href="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/07/Ist-Wien-gruen-genug.pdf" class="wp-block-file__button" download>Herunterladen</a></div>
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		<title>Es grünt so grün &#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2022 15:31:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Begrünung]]></category>
		<category><![CDATA[Fassadenbegrünung]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 2-2022]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Begrünte Dächer und Fassaden können einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten. Zwar ist der Markt in den letzten Jahren konstant gewachsen, es gibt aber noch viel Luft nach oben. Gefördert werden Bauwerksbegrünungen auf vielen Ebenen, Rückenwind kommt nicht zuletzt aus Brüssel.BERND AFFENZELLER Die österreichische Bundesregierung hat sich ein klares Ziel gesetzt. Bis 2040 [&#8230;]</p>
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<p>Begrünte Dächer und Fassaden können einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten. Zwar ist der Markt in den letzten Jahren konstant gewachsen, es gibt aber noch viel Luft nach oben. Gefördert werden Bauwerksbegrünungen auf vielen Ebenen, Rückenwind kommt nicht zuletzt aus Brüssel.<br>BERND AFFENZELLER</p>



<p>Die österreichische Bundesregierung hat sich ein klares Ziel gesetzt. Bis 2040 soll die Alpenrepublik klimaneutral werden. Ohne der Optimierung des Gebäudesektors wird dieses Ziel nicht zu erreichen sein, denn rund 30 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs gehen auf den Gebäudebestand zurück. Einen wesentlichen, aber oftmals unterschätzten Beitrag kann dabei die Bauwerksbegrünung spielen, speziell in Zeiten des gestiegenen Klimatisierungsbedarfs, mit einer Vielzahl an Funktionen. </p>



<p>Dazu zählen nicht nur die signifikante Energieeinsparung durch den Kühleffekt im Sommer und die Dämmwirkung im Winter, sondern etwa auch der Regenwasserrückhalt sowie die Reduktion der Niederschlagabflussspitzen, eine Verbesserung des Mikroklimas und des subjektiven Wohlbefindens. Außerdem binden Bauwerksbegrünungen CO2, verlängern die Lebensdauer der Dachabdichtung etwa durch Schutz vor UV-Strahlung und steigern durch geringere Oberflächentemperaturen die Erträge von Solaranlagen. </p>



<p>Die nach wie vor wichtigste Form der Bauwerksbegrünung ist die Dachbegrünung. Der Markt dafür ist in Österreich über die letzten Jahre sehr stabil, „mit viel Luft nach oben“, ist Susanne Formanek, Geschäftsführerin der Kompetenzstelle für Bauwerksbegrünung „GrünstattGrau“, überzeugt. In den Jahren 2014 bis 2019 ist der Dachbegrünungsmarkt jährlich um rund acht Prozent gewachsen. Allein im Jahr 2019 wurden rund eine Million Quadratmeter neu errichteter Bauwerke mit Dachbegrünungen ausgestattet. Laut Klimaschutzzielen soll bis 2030 jedes zweite Flachdach in Österreich grün sein.</p>



<p>Eine wichtige Rolle spielen Bauwerksbegrünungen auch in der Sanierung. „Im Zuge der Sanierungsoffensive wird es erforderlich sein, auch die obersten Geschoßdecken zu sanieren. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, ein begrüntes Dach zu planen und zu realisieren“, ist Formanek überzeugt. Die Palette reicht vom reduziert intensiven Gründach über das Biodiversitätsdach oder das Retentionsdach mit Wasseranstaumöglichkeiten bis zum Gründach mit Baumpflanzungen oder dem begrünten Steildach. Allein in Wien liegt das Potenzial zur Sanierung von Flachdächern, die ohne großen Mehraufwand begrünt werden können, bei über 18 Millionen Quadratmeter. </p>



<p>Bei einer angestrebten Sanierungsquote von drei Prozent könnten dementsprechend mehr als 500.000 Quadratmeter Dachflächen in Wien jährlich begrünt werden. Einen ordentlichen Schub könnten Bauwerksbegrünungen auch durch ESG und die EU-Taxonomie erfahren. Bauwerksbegrünungen gelten als CO2-Senken, da sie nicht nur in den Blättern, sondern auch im Substrat CO2- speichern können. „Das können Immobilienbesitzer für sich nutzen“, erklärt Formanek. </p>



<p>Je nachdem, ob das System boden- oder wandgebunden ist, welches Bewässerungssystem und welche Kletterstruktur eingesetzt wird, entstehen für jedes gewählte Begrünungssystem unterschiedliche Aufwendungen und damit verbundene negative Netto-CO2-Emissionen. Darunter versteht man dann die Menge an CO2-Äquivalenten, die, nach Abzug der durch die Herstellung und den Unterhalt des Begrünungssystems entstehenden CO2-Emissionen, der Atmosphäre entzogen wird.</p>



<h2>Rückenwind aus Brüssel</h2>



<p>Die Errichtungskosten für ein extensives Gründach starten bei rund 20 Euro pro Quadratmeter und werden von vielen verschiedenen Stellen gefördert. Auf Länderebene können Bauwerksbegrünungen Zuschlagspunkte im Rahmen der Wohnbauförderung liefern, auch in vielen Städten und Gemeinden gibt es eigene Fördertöpfe, darunter etwa Wien, Graz, Linz, Traun, Wieselburg oder Eisenstadt&#8230;</p>



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		<title>Der Pionier des Wucherns</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2022 15:27:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Begrünung]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 2-2022]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das 1972 fertiggestellte Baumhaus in Darmstadt, konzipiert von einem eigensinnigen Architektur-Tüftler, war seiner Zeit weit voraus. Und es funktioniert noch immer.MAIK NOVOTNY Anfangs, sagte Ot Hoffmann selbst, hielten ihn alle für einen Spinner. Ein Betonhaus mit Bäumen? So ein Quatsch! Vor genau 50 Jahren wurde das Baumhaus in Darmstadt fertig, kurz darauf machten die Ölkrise [&#8230;]</p>
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<p>Das 1972 fertiggestellte Baumhaus in Darmstadt, konzipiert von einem eigensinnigen Architektur-Tüftler, war seiner Zeit weit voraus. Und es funktioniert noch immer.<br>MAIK NOVOTNY</p>



<p>Anfangs, sagte Ot Hoffmann selbst, hielten ihn alle für einen Spinner. Ein Betonhaus mit Bäumen? So ein Quatsch! Vor genau 50 Jahren wurde das Baumhaus in Darmstadt fertig, kurz darauf machten die Ölkrise und der Club of Rome die Ökologie zu einem seriösen Thema der Architektur – und heute ist das inzwischen wild überwucherte Baumhaus eine Ikone. Wie man Flachdächer bepflanzt, ohne dass diese undicht werden, hatte Ot Hoffmann in mehreren Versuchsreihen selbst herausgefunden, denn einen Stand der Technik gab es damals noch nicht. Dank ausgeklügelter Wasserführung erhielt sich der Pflanzenbestand praktisch von selbst, und das Windrad auf dem Dach signalisierte: Hier passiert Utopie! </p>



<p>Praktisch: Da er hier Architekt und Bauherr in Personalunion war, waren keine anwaltlichen Klagen zu befürchten. Bis zu seinem Tod 2017 wohnte und arbeitete er in seinem hessischen Bosco Verticale, Sohn Pan Hoffmann führt heute das Büro fort&#8230;</p>



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		<title>Klimagerechte Qualitätsentwicklung? Ja, das geht: Am Kempelenpark!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2022 15:23:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
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		<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alle reden von mehr Begrünung – aber noch passiert viel zu wenig. Die Begrünung einzelner Projekte geht zu wenig weit, um nachhaltige Wirkungen für Klima und Bewohner zu erzielen, muss ganzheitlich gedacht werden! Das Projekt „lieBeKlima“ zielt auf die Umsetzung eines liegenschafts- und systemübergreifenden Begrünungskonzeptes für das Quartier „Am Kempelenpark“ in Favoriten, Wien ab. Dabei [&#8230;]</p>
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<p>Alle reden von mehr Begrünung – aber noch passiert viel zu wenig. Die Begrünung einzelner Projekte geht zu wenig weit, um nachhaltige Wirkungen für Klima und Bewohner zu erzielen, muss ganzheitlich gedacht werden! Das Projekt „lieBeKlima“ zielt auf die Umsetzung eines liegenschafts- und systemübergreifenden Begrünungskonzeptes für das Quartier „Am Kempelenpark“ in Favoriten, Wien ab. Dabei kommt ein neuartiger, identitätsstiftender Partizipationsprozess und eine umfassende Qualitätssicherung zur Anwendung. </p>



<p>Der Fokus liegt auf einem integralen Begrünungskonzept, das mit einem übergeordneten Wassermanagement und einem Plus-Energie- Konzept verschränkt wird. Es werden konkrete und messbare Qualitätsziele sowohl bauplatzübergreifend als auch für die einzelnen Baufelder definiert. Diese Angaben sollen in die Auslobungsunterlagen der Architekturwettbewerbe eingepflegt werden und im anschließenden Qualitätsbeirat des wohnfonds_wien zur Qualitätssicherung beitragen. </p>



<p>Die Entwicklung neuer Stadtquartiere erfordert die Integration unterschiedlicher Systemebenen: Neben dem sichtbaren, gebauten Raum sind auch die Aspekte Grün-und Freiräume, Energieversorgung, Kühlung und Wärme, Wasser und Abwasserversorgung, soziokulturelles Leben, die lokale Wirtschaft und nicht zuletzt auch die CO2-Produktion und klimatische Effekte von großer Bedeutung. Um der Komplexität der Aufgabe gerecht zu werden, kommen im Projekt „Am Kempelenpark“ nachstehende Methoden und Prozesse zur Anwendung. </p>



<p><strong>Qualitätssicherung</strong>: Der entscheidende Faktor für das Gelingen eines neuen Stadtquartiers ist, dass die zentralen Qualitäten frühzeitig, verbindlich und baufeldübergreifend festgelegt werden und zum Rahmen für die weitere Quartiersentwicklung werden. Am Kempelenpark erfolgte diese Rahmensetzung durch den städtebaulichen Vertrag und die Flächenwidmung, die zur Grundlage eines Qualitätssicherungsprozesses werden, wobei im Falle dieses Projekts der neu geschaffene Qualitätsbeirat des wohnfonds_wien zum Einsatz kommt. Der Prozess verspricht nicht nur die Hebung von urbanen Qualitäten in der Quartiersentwicklung, die insbesondere den zukünftigen Bewohnern zugutekommen. Durch die Koordination der Dienststellen und Fachplaner sollen die Abstimmungen zudem rascher und „integraler“ durchgeführt werden und Behördenverfahren schneller abgewickelt werden können. (siehe <a href="http://www.wohnfonds. wien.at/qsb">http://www.wohnfonds. wien.at/qsb</a>) </p>



<p><strong>Integrale Planung</strong> bedeutet, dass unterschiedliche Systeme und Planungsdomänen zusammen betrachtet und koordiniert werden, um übergeordnete Ziele zu erreichen. Im Falle des Projekts LieBeKlima beim Projekt „Am Kempelenpark“ sind dies die Systemebenen „Begrünung von Freiräumen und Bauwerken“, „Regen- und Grauwasser“ und „Energie“. Die übergeordneten Ziele sind u. a.: CO2-Reduktion, Schutz vor sommerlicher Überhitzung, sorgsamer Umgang mit Wasser und die Schaffung eines Plus-Energie-Quartiers.</p>



<p>Noch vor dem Architekturwettbewerb werden die Wechselbeziehungen zwischen den genannten Systemen untersucht, um daraus Anforderungen für die einzelnen Gebäude und Freiflächen abzuleiten. (z. B. Wo werden Sonden für Geothermie gesetzt? Wo wird das Wasser für die Fassadenbegrünung gewonnen bzw. gesammelt? Wo wird Wärme (rück-)gewonnen und wie wird sie im Quartier transportiert?)&#8230;</p>



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		<title>Droht die Gefahr des Greenwashings?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2022 15:14:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Begrünung]]></category>
		<category><![CDATA[Fassadenbegrünung]]></category>
		<category><![CDATA[Greenwashing]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anna Detzlhofer „Das Spektrum zwischen klimarelevanten und dekorativen Maßnahmen ist sehr groß.“ Anna Detzlhofer Die Überhitzung der Städte ist eine Tatsache und Tropennächte sind längst spürbar. Maßnahmen zu setzen ist das Gebot der Stunde. Als Landschaftsarchitekten nehmen wir die Zukunft vorweg, wir schaffen die Realitäten von morgen und planen dafür kühle und klimafitte Orte mit [&#8230;]</p>
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<h2>Anna Detzlhofer</h2>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>„Das Spektrum zwischen klimarelevanten und dekorativen Maßnahmen ist sehr groß.“</p><cite>Anna Detzlhofer</cite></blockquote>



<p>Die Überhitzung der Städte ist eine Tatsache und Tropennächte sind längst spürbar. Maßnahmen zu setzen ist das Gebot der Stunde. Als Landschaftsarchitekten nehmen wir die Zukunft vorweg, wir schaffen die Realitäten von morgen und planen dafür kühle und klimafitte Orte mit blau-grüner Infrastruktur, an denen ein angenehmer Aufenthalt für uns und für viele Generationen möglich ist. </p>



<p>Für einen angenehmen Aufenthalt in den Städten sind Bäume die beste Maßnahme, denn Bäume bewirken einiges: Ein gesunder und ausgewachsener Stadtbaum spendet 150 Quadratmeter Schatten und kühlt seine Umgebung um bis zu drei Grad. Aber sie brauchen Platz. Im engen Korsett der gewachsenen Stadt bleibt uns Planenden oft nur die Umgestaltung der Straßenräume oder die freien Fassaden und Dächer bestehender Bauten. Wo es der Platz im Untergrund erlaubt, hält mit der Schwammstadt eine Technologie Einzug, die Stadtbäumen mehr Wurzelraum zugesteht und nachhaltiges Wassermanagement ermöglicht. Das ist innovative, blaugrüne Infrastruktur, die langfristig gesündere Stadtbäume schafft und glücklicherweise immer mehr zum State of the Art der urbanen Landschaftsplanung wird. </p>



<p>In dichter bebauten Räumen muss mit effizienter Bauwerksbegrünung gekühlt werden. Gut gemachte Bauwerksbegrünung reduziert den Energiebedarf und senkt die Temperaturspitzen sowohl im Winter als auch im Sommer: Während sich versiegelte Oberflächen im Sommer bis auf 40 bis 70 Grad aufheizen, behalten Gründächer und -Fassaden auch im Hochsommer eine Oberflächentemperatur von 30 Grad. Auf Straßenniveau entstehen in Gassen ohne Bäume sommerliche Temperaturen von 41 bis 45 Grad. Würde dieselbe Gasse radikal begrünt, hätte sie im Sommer eine Aufenthaltstemperatur von 30 bis 35 Grad. </p>



<p>Das Spektrum zwischen klimarelevanten und dekorativen Maßnahmen ist sehr groß – besonders bei der Fassadenbegrünung. Grüne Wände sind optisch schnell wirksam, aber leider auch pflegeanfällig. Bei der Dachbegrünung bedeutet effiziente Begrünung zum Beispiel nicht nur Mindestaufbauten zu wählen, sondern mit stärkeren Aufbauten eine intensivere Begrünung zu ermöglichen. Fakt ist: Es besteht Handlungsbedarf und Lösungen sind vorhanden. Was heute getan – oder versäumt wird – spüren nicht erst unsere Kinder, das werden wir im nächsten Sommer schon merken. </p>



<p>Dipl.-Ing. Anna Detzlhofer gründete in den 1990er-Jahren das Büro Detzlhofer in Wien, das 2012 gemeinsam mit Sabine Dessovic zu DND Landschaftsplanung wurde. Sie ist Ingenieurkonsulentin für Landschaftspflege und Landschaftsgestaltung.</p>



<h2>Heinrich Kugler</h2>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>„Greenwashing ist ein Thema, das man ernst nehmen muss.“</p><cite>Heinrich Kugler</cite></blockquote>



<p>Beim Bau entstehen Kosten, welche allerdings bei einer Betrachtung der Lebenszykluskosten ausgeglichen werden können. Greenwashing verzerrt das Bild. Aber die Lösung gibt es: eine seriöse Gebäudezertifizierung. Schon wieder ein neues Bürogebäude mit durchgehender Glasfassade und schon wieder ein großzügiger Dachausbau mit riesigen Glasflächen ohne entsprechenden Sonnenschutz. Man wundert sich immer wieder, dass solche Gebäude heute noch errichtet und auch noch mit diversen Umweltzertifizierungen vermarktet werden. </p>



<p>Greenwashing ist also ein Thema, das man leider ernst nehmen muss. Ansonsten werden die seriösen und notwendigen Umweltzertifizierungen weiterhin unterlaufen und Konsumenten wie Investoren in die Irre geführt. In der Seestadt haben wir uns dem Thema Gebäudezertifizierung gestellt, ein bewährtes System aufgesetzt und gemeinsam mit der ÖGNB einen eigenen TQB-Monitor* entwickelt. Viele Gebäude sind zusätzlich klimaaktiv zertifiziert. Seestadt-Gebäude werden nicht nur in der Planungsphase, sondern auch nach Fertigstellung und im Betrieb bewertet&#8230;</p>



<div class="wp-block-file"><a href="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/07/Droht-die-Gefahr-des-Greenwashings.pdf">zum vollständigen Artikel als PDF</a><a href="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/07/Droht-die-Gefahr-des-Greenwashings.pdf" class="wp-block-file__button" download>Herunterladen</a></div>
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		<title>Den Gebäuden einen Auftritt bereiten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2022 15:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Architekten]]></category>
		<category><![CDATA[Begrünung]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 2-2022]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Geprägt von den Kindheitseindrücken in der Natur der schottischen Highlands und der Auseinandersetzung mit den Bedingungen einer Wüstenlandschaft hat der Landschaftsarchitekt Kieran Fraser auch für die Verletzlichkeit des Grüns im Dschungel der Großstadt ein feines Sensorium.FRANZISKA LEEB In komplexen Zusammenhängen zu arbeiten, hat Kieran Fraser früh gelernt. Landschaftsarchitekt zu werden, war für den gebürtigen Schotten [&#8230;]</p>
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<p>Geprägt von den Kindheitseindrücken in der Natur der schottischen Highlands und der Auseinandersetzung mit den Bedingungen einer Wüstenlandschaft hat der Landschaftsarchitekt Kieran Fraser auch für die Verletzlichkeit des Grüns im Dschungel der Großstadt ein feines Sensorium.<br>FRANZISKA LEEB</p>



<p>In komplexen Zusammenhängen zu arbeiten, hat Kieran Fraser früh gelernt. Landschaftsarchitekt zu werden, war für den gebürtigen Schotten das Selbstverständlichste auf der Welt, ohne zunächst eine Vorstellung zu haben, welche Vielfalt an Fragestellungen damit verbunden ist. Nach dem Landschaftsdesign- Studium bei Prof. Mario Terzic an der Universität für Angewandte Kunst in Wien übersiedelte er 2009 nach Ägypten, wo er die Chance bekam, seine Diplomarbeit umzusetzen. </p>



<p>Ibrahim Abouleish, Träger des Alternativen Nobelpreises, engagierte ihn im Rahmen der Initiative Sekem als Creative Landscape Director für ein Projekt zur Erschließung von Neuland zwecks Entwicklung einer nachhaltigen Stadt in der Wüste Sinai. Die ägyptische Revolution brachte das Projekt zum Erliegen und den jungen Landschaftsarchitekten zurück nach Österreich, wo mit der Einbettung des Shoppingcenters G3 in Gerasdorf und seinen enormen Verkehrs- und Parkplatzflächen in eine neu gestaltete Landschaft gleich ein neues Großprojekt auf ihn wartete. Seit 2014 betreibt er sein Büro Kieran Fraser Landscape Design in einem Gassenlokal in der Wiener Reindorfgasse mit derzeit sechs Mitarbeitern.</p>



<p><em>Wie prägend war die Zeit in Ägypten?</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Ich habe gelernt, dass es darum geht, wie man an einen Ort herangeht und wie wesentlich es ist, verschiedene Komponenten und Akteure zu orchestrieren. Die Dinge können sehr komplex werden.</p><cite>Kieran Fraser</cite></blockquote>



<p><em>Begrünung gilt heute als Zaubermittel zur Anpassung an den Klimawandel. Wo liegen hier die größten Herausforderungen?</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Es überlagern sich im Freiraum so viele Nutzungen, dass es nicht einfach ist, alles unterzubringen. Grün ist immer verletzlich und ich möchte es nur planen, wenn es eine Überlebenschance hat. Die erste Frage ist immer, worauf bauen wir auf? Solange wir Boden darunter haben, fühle ich mich wohl und da pflanzen wir, was das Zeug hält. Ein Baum ist für mich wesentlich attraktiver als eine grüne Fassade. Aber im Boden zu sein, gelingt im urbanen Raum immer seltener. Wir kämpfen um jeden Zentimeter Aufbau. Wir haben Baufelder, die komplett unterbaut sind.</p><cite>Kieran Fraser</cite></blockquote>



<p><em>Deshalb weicht man zusehends auf die vertikalen Flächen aus.</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Ja, wobei ich hier ein Missverständnis orte. Es gibt zwei Arten von grünen Gebäuden: Jene, die per se aus ökologischer Sicht grün sind, und jene, zu deren Nachhaltigkeit Begrünungen zusätzlich beitragen. Oft geht es aber darum, ein Gebäude, das aus ökologischer Sicht eigentlich ein Dinosaurier ist, mit Pflanzen einen grünen Anstrich zu geben. Das ist nicht ganz verkehrt, aber Selbstläufer ist das keiner. </p><p>Das sind oft Intensivstationen für Pflanzen mit einem hohen Energie- und Pflegeaufwand, was ich nicht immer für sinnvoll halte. Zu dem kommt hier an den Schnittstellen zu Architektur, Statik, Bauphysik, Haustechnik und Brandschutz einiges zusammen, was die Planung mühsam macht. Freude macht mir das nur dann, wenn die Begrünung integraler Bestandteil des architektonischen Konzepts ist und aus Gebäude und Pflanzen eine stimmige Einheit entsteht. </p><p>Wie z. B. bei uns im Hof der Veitschi: Der wächst aus einem kleinen Loch in der Erde raus und begrünt die ganze Hausmauer ohne Seile, Schienen und all das Zeug. Was wir am liebsten haben, ist eine bodengebundene Begrünung, sofern die Fassade es zulässt. Aber natürlich kann man auch anders kühlende Effekte, Verschattung und eine angenehme Atmosphäre erzeugen. Wichtig ist auch, was nach innen entsteht. Die Schönheit der Pflanze, die Farbe, die Textur, der Duft – man kann viel machen, aber das erfordert auch echte Expertise und die ist in Sachen Fassadenbegrünung trotz vieler Akteure sehr dünn.</p><cite>Kieran Fraser</cite></blockquote>



<p><em>Im Wohnbau ist der Kostenrahmen oft eng. Was ist wichtig, damit das populäre Thema „Urban Gardening“ nicht nur ein Schlagwort bleibt?</em> &#8230;</p>



<div class="wp-block-file"><a href="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/07/Den-Gebaeuden-einen-Auftritt-bereiten.pdf">zum vollständigen Artikel als PDF</a><a href="https://dev.wohnungswirtschaft-heute.de/wp-content/uploads/2022/07/Den-Gebaeuden-einen-Auftritt-bereiten.pdf" class="wp-block-file__button" download>Herunterladen</a></div>
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		<title>Neue Freiräume mit Aussicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jweidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2022 14:49:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WohnenPLUS]]></category>
		<category><![CDATA[Begrünung]]></category>
		<category><![CDATA[Dach]]></category>
		<category><![CDATA[WohnenPLUS AG 2-2022]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnqualität]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungsgenossenschaften]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gut gestaltete Dachterrassen haben auf Genossenschaftsbauten an Bedeutung gewonnen. Sie können begrünt und vielfältig genutzt werden, erweitern den am Boden knapper werdenden Freiraum und bieten sich als Fluchtort vor der Großstadthektik an – wie schweizer Beispiele zeigen.PATRIZIA LEGNINI Wie Modelleisenbahnen sehen vom Dach des Zollhauses in Zürich die Züge aus. Die Maulbeerbäume sind von weitherum [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Gut gestaltete Dachterrassen haben auf Genossenschaftsbauten an Bedeutung gewonnen. Sie können begrünt und vielfältig genutzt werden, erweitern den am Boden knapper werdenden Freiraum und bieten sich als Fluchtort vor der Großstadthektik an – wie schweizer Beispiele zeigen.<br>PATRIZIA LEGNINI</p>



<p>Wie Modelleisenbahnen sehen vom Dach des Zollhauses in Zürich die Züge aus. Die Maulbeerbäume sind von weitherum zu sehen und bilden so das grüne Wahrzeichen des Zollhauses, des zweiten Wohnbaus der Genossenschaft Kalkbreite. Projektleiter Andreas Billeter lässt seinen Blick zuerst über die umliegenden Gebäude schweifen, bevor er im Pflanztrog vor sich nach einem nadeligen Rosmarintrieb greift und ihn zwischen den Fingern zerreibt. In verschiedenen Töpfen und Hochbeeten wachsen Sonnenhüte, Walderdbeeren und Königskerzen. In den Pflanztrögen, die den gesamten Dachrand säumen, gibt es Thymian, Salbei, Rosmarin und andere Kräuter. </p>



<p>„Die Idee ist, dass sich die Bewohner hier bedienen“, sagt Billeter. Lilian Kögler, die mit ihrer Familie im mittleren Gebäude des dreiteiligen Ensembles wohnt und sich in einer Arbeitsgruppe für die Dachterrassen engagiert, findet deren Gestaltung und Begrünung sehr gelungen. Wäre es nach ihr gegangen, hätten die Pflanzen aber noch üppiger gedeihen dürfen. Hochbeete für Gemüseanbau erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Sie entsprechen dem Trend zur Selbstversorgung, der immer weitere Bevölkerungskreise erfasst. </p>



<p>Wie Kögler sehnen sich die meisten Menschen nach lebendigem Grün. In der dichten Stadt sind aber Gärten, Pärke, Wiesen und andere Freiflächen rar geworden. Immer stärker drängen Stadtlandschaften darum in die Höhe. Auch beim Zollhaus, eingepfercht zwischen Gleisfeld, Zoll- und Langstraße, ging es den Planern darum, auf knapp 970 Quadratmetern Dachfläche einen möglichst grünen Freiraum für die Bewohner zu schaffen, der Möglichkeiten zur persönlichen Aneignung bietet. „An dieser Lage spült es den ganzen Nutzungsdruck in die Höhe“, sagt Billeter. Aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen wurden die privaten Flächen minimiert, auch draußen: Die Wohnungen verfügen über keine Balkone. </p>



<p>„Die Außenräume haben als Begegnungs- und Erholungsorte deshalb eine ungeheuer wichtige Bedeutung.“ Die Gleisterrasse, die sich im ersten Geschoß befindet und durch Treppen öffentlich erschlossen ist, darf von den Quartierbewohnern und Passanten wie ein Dorfplatz genutzt werden. Während die Dachterrasse auf dem ersten Gebäude den Zollhausbewohnern sowie den Gewerbetreibenden zur Verfügung steht, ist das Dach des mittleren Hauses den Bewohnenden vorbehalten. Hier dürfen sie Feste feiern, Gemüse pflanzen und verweilen, wie es ihnen beliebt.</p>



<h2>Vielfältige Nutzung</h2>



<p>Um Dachflächen nicht mehr zu verschwenden, suchen Architekten und Städteplaner vermehrt nicht nur bestehende Gebäude nach Erweiterungsmöglichkeiten ab, sondern experimentieren auch mit neuen Bauten. Immer häufiger werden Dächer zum Wohnen selbst, zur Energiegewinnung, als Terrassen und gemeinschaftliche Dachgärten genutzt. Auch Letztere eignen sich besonders zur Nutzung von Sonnenenergie: Auf Pergolen können Paneele als Schatten spendende Elemente und Energielieferanten eingesetzt werden, wie es zum Beispiel auf dem Dach des Holligerhofs der Genossenschaft Warmbächli in Bern geschieht. </p>



<p>In der Schweiz werden Dächer seit etwa dreißig Jahren mit Solaranlagen bestückt und stärker begrünt. Reichhaltig bepflanzte Dächer mit dem Charakter eines großen Gartens sind bei Wohnhausanlagen noch selten anzutreffen. Immer mehr Wohnbaugenossenschaften legen aber Wert auf grüne, gut gestaltete und gemeinschaftlich nutzbare Dächer. Jürg Grob von der Stiftung zur Erhaltung von preisgünstigen Wohn- und Gewerberäumen der Stadt Zürich (PWG) hat ihr Potenzial schon früh erkannt. Er steht auf einer Dachterrasse an der Josefstraße, zeigt auf die Schneeberge am Horizont und gerät ins Schwärmen: „Solche Aussichten sind doch wunderbar. Sie eröffnen einem ganz neue Perspektiven.“ </p>



<p>Schon vor bald 20 Jahren hat sich Grob dafür eingesetzt, dass die Bewohner der alten Stadthäuser ihre Dächer als luftige Stadtoasen nutzen konnten. Bei Dachterrassen und Dachgärten sind die Gestaltungsmöglichkeiten ähnlich breit wie bei bodengebundenen Freiräumen. Wenn Statik, Absturzsicherung und Budget passen, lassen sich auf dem Dach sogar Saunen (Hobelwerk in Winterthur), Waschsalons (Siedlung Klee in Zürich Affoltern), Gemeinschaftsküchen (Holligerhof in Bern) oder Schwimmbäder bauen.</p>



<p>Auch in der autofreien Siedlung Fabrikgässli 1 in Biel steht die Dachterrasse hoch im Kurs: Die Terrasse, an die ein Waschsalon und ein Vorratsraum angeschlossen sind, ist mit einer Solaranlage ausgestattet und mit Liegestühlen, Tischen und Stühlen, Feuerschalen und einer Projektionsleinwand möbliert. Vor fünf Jahren haben die Bewohner eine Schatten spendende Pergola aus Holz gebaut&#8230;</p>



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